Erstellt am 26. September 2015, 16:55

von APA Red

Thiem verpasste erstes ATP-Hallen-Finale. Der Lichtenwörther Dominic Thiem (22) hat sein erstes Hallen-Endspiel auf der ATP-Tour verpasst.

 |  NOEN, APA (epa)
Der als Nummer drei gesetzte Thiem, der heuer schon drei ATP-Sandplatzturniere gewonnen hat, unterlag am Samstag im Halbfinale des 250er-Hartplatz-Events in St. Petersburg dem Portugiesen Joao Sousa in 99 Minuten mit 4:6,6:7(5). Der Lichtenwörther hatte davor alle drei Begegnungen mit Sousa gewonnen.

Breakball zum 5:5-Ausgleich nicht genutzt

Zuletzt war der Portugiese, der im kommenden März im Team von Österreichs nächstem Davis-Cup-Gegner stehen wird, Ende Juli dem 22-Jährigen aus dem Bezirk Wiener Neustadt im Endspiel von Umag in Kroatien unterlegen.

Doch so sehr Thiem, der heuer schon Nizza, Umag und Gstaad gewonnen hat sowie in Kitzbühel ins Halbfinale gekommen ist, auf Sand eine Macht ist: das vierte Saison-Endspiel ging sich auf dem doch schnelleren Hallenbelag in Russland für ihn nicht aus. Sein erstes ATP-Finale hatte Thiem 2014 in Kitzbühel und damit ebenfalls auf Sand erreicht.

Das Match gegen Sousa begann für den favorisierten Weltranglisten-21. denkbar schlecht. Der Lichtenwörther kam so schlecht aus den Startlöchern, dass Sousa nach nur einer Viertelstunde mit 4:0 voran lag. Erst dann kam Thiem besser ins Spiel und mit dem Gewinn von 12 der folgenden 13 Punkte auf 3:4 heran.

Den Breakball zum Ausgleich auf 5:5 nutzte er aber nicht, nach 38 Minuten hatte der als Nummer sieben gesetzte Sousa Satz eins in der Tasche.

"Haben beide unser bestes Tennis gespielt"

Der zweite Durchgang verlief dann ausgeglichener, Thiem konnte sich aber nie absetzen. Im Gegenteil musste er bei 4:4 einen "Mini-Matchball" abwehren, als Sousa eine Breakmöglichkeit auf 5:4 vorfand. Es ging ins Tiebreak, in dem der Österreicher zunächst souverän war.

Nachdem er bei 5:3-Führung eine Rückhand unnötig ins Out geschossen hatte, war der Portugiese aber wieder dran und nutzte die Chance. Nach 1:39 Stunden verwertete er dank eines neuerlichen Thiem-Fehlers gleich seinen ersten Matchball.

"Wir haben beide unser bestes Tennis gespielt. Mir ist das aber auch in den entscheidenden Momenten gelungen", lautete Sousas Begründung für seinen ersten Sieg über Österreichs Nummer eins.

Für Thiem waren 53.450 US-Dollar Preisgeld sowie 90 ATP-Zähler die "Trostpreise", die er  aus Russland mitnahm. Das könnte ihn sogar wieder in die Top 20 der Weltrangliste bringen.

 Erwartungsgemäß unzufrieden äußerte sich der Lichtenwörther über das Halbfinal-Aus auf seiner Facebook-Seite: "Der Start in den ersten Satz ist katastrophal verlaufen, ich habe viele Chancen liegen lassen und war ihm einfach immer einen Schritt hinten nach. Man kann jetzt nichts mehr machen, außer zu hoffen wieder fit und ausgeruht in den Flieger nach Asien zu steigen."