Erstellt am 15. Dezember 2015, 07:03

von Wolfgang Wallner

„Verzwickte Lage“ für Talenteschmiede. Akademie in Schwechat ist insolvent. Werner Schlager hofft auf eine Zukunft für die Talenteschmiede.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Erst vor einem Monat hatte der Internationale Tischtennisverband die Werner-Schlager-Akademie in die höchste Kategorie der Tischtenniszentren weltweit befördert. Nun steht ein dickes Fragezeichen hinter der Zukunft der Talenteschmiede.

Geschäftsführer Martin Sörös meldete Insolvenz an. Die Überschuldung soll bei rund 400.000 Euro liegen, angepeilt wird ein Sanierungsverfahren. Von dieser Entwicklung zeigt sich Österreichs Tischtennisikone Werner Schlager überrascht.

Nun sei die „Lage verzwickt“, sagt Schlager, der zu 50 Prozent Gesellschafter der Akademie ist.
Sowohl das Leistungszentrum als auch das Schwechater Multiversum seien zu einem „politischen Spielball“ verkommen.

Betrüger auf den Leim gegangen

Übrigens: Jährlich pumpt die Stadt Schwechat 330.000 Euro an Förderungen in das Leistungszentrum. Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) wollte die Insolvenz selbst nicht kommentieren.

Als Hintergrund der finanziellen Schieflage sieht der Gläubigerschutzverband Creditreform unter anderem eine geplatzte Kooperation mit einer chinesischen Universität. Hierbei seien die Betreiber einem Betrüger auf den Leim gegangen.

Die Insolvenz

  • Über die Werner-Schlager-Akademie wurde am vergangenen Mittwoch beim Landesgericht Korneuburg Insolvenz angemeldet. Betroffen sind insgesamt 13 Mitarbeiter. Die Aktiva betragen laut Jahresabschluss 2014 ca. 340.000 Euro, dem stehen Passiva von rund 745.000 Euro gegenüber.
  • Den Gläubigern wird eine Quote von 30% zahlbar binnen zwei Jahren angeboten. Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Es sollen Mitarbeiter eingespart und neue Kontakte zu internationalen Partnern gesucht werden. Weiters sollen neue finanzstarke Gesellschafter aufgenommen werden.
  • Zur Insolvenzverwalterin wurde die Wiener Anwältin Katharina Kolland-Twaroch bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen über Creditreform bis 13. Jänner anmelden.