Erstellt am 28. Juni 2016, 08:31

von Wolfgang Wallner

Patrick Konrads Traum von der Qual. Niederösterreich ist bei der legendären Tour de France vertreten. Der Ebreichsdorfer Patrick Konrad (24) nimmt seine Premiere mit viel Demut in Angriff.

Fiebert dem Highlight seiner Radsportkarriere entgegen. 3.500 Kilometer quer durch Frankreich liegen vor dem jungen Ebreichsdorfer Patrick Konrad.  |  Bora-Argon 18/ Bettiniphoto

„Unbedingt bis zum Ende durchhalten und es bis Paris schaffen!“ Mit einer gehörigen Portion Demut geht Radprofi Patrick Konrad das Abenteuer Tour de France an. Der 24-jährige aus Ebreichsdorf startet erstmals beim bedeutendsten Etappenrennen der Welt.

„Als Radprofi hast du Träume. Einmal willst du bei der Tour dabei sein, einmal bei Olympia!“ Beide könnten für den Niederösterreicher, dessen Vater Wolfgang der Mastermind hinter dem Vienna-City-Marathon ist, heuer in Erfüllung gehen. „Auf meine Chance bei der Tour de France habe ich hart hingearbeitet. Dass es nun bald losgeht, ist ein weiterer Motivationsschub“, sagt Konrad.

Konrad freut sich auf die „Tour der Leiden“

3.528 Kilometer, legendäre Bergankünfte wie jenem am Mont Ventoux nach einem knapp 16 Kilometer langen Anstieg (8,8 Prozent), insgesamt 21 Etappen: Die 103. Auflage der Tour der France wird zur Tour der Torturen. Eine Qual, bei der jeder dabei sein will. Konrad hat sich seine Nominierung redlich verdient – vor allem mit dem fünften Gesamtrang beim Giro del Trentino und Platz 15 beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Eine sechswöchige Rennpause im Mai und Juni („die hat mir gutgetan“) inklusive Höhentraining in den italienischen Alpen baute die Form für die Sommersaison weiter auf. „Die letzten Tage vor der Tour werde ich in Österreich verbringen“, sagt Konrad, „zur Schärfung der Form.“

Um bei der Tour, die mit der wohl härtesten Schlusswoche (vier Bergetappen) aller Zeit aufwartet, zu bestehen, muss alles passen. Der Österreicher, der für den deutschen Rennstall Bora Argon an den Start geht, will „auf den einzelnen Etappen gute Ergebnisse bringen“. Denn im Hinterkopf spukt Rio herum.

„Der Straßenkurs bei Olympia ist sehr anspruchsvoll, würde mir sehr entgegenkommen“, hofft der Ebreichsdorfer. „Über eine Nominierung für Olympia wäre ich sehr froh. Und ich bin bereit für Rio!“

NÖ-Etappe von Ardagger auf den Sonntagberg

Nicht nur die Tour de France startet am Wochenende, sondern auch Österreichs Radklassiker. Am Sonntag fällt der Startschuss für die Österreich-Rundfahrt. Mit dem Langenloiser Team Amplatz BMC ist NÖ gut vertreten. Die Kamptaler klassierten sich im Vorjahr als bestes Team im Feld, das Punkte-Trikot holte sich sensationell Amplatz-Fahrer Jan Tratnik. „Dieser Erfolg ist kaum zu toppen“, weiß Gründer und Manager Erich Amplatz. Auch als Schauplatz darf NÖ im Tourkalender nicht fehlen. Am 5. Juli steigt die Etappe von Ardagger nach Sonntagberg.