Erstellt am 08. September 2015, 19:32

von APA/Red

U21 gelingt Heimsieg gegen Russland. Österreichs U21-Fußball-Nationalteam hat in der EM-Qualifikation auch die zweite Hürde genommen.

 |  NOEN, APA (Archiv/Scheriau)
Die ÖFB-Auswahl setzte sich am Dienstag in der NV-Arena in St. Pölten gegen Russland nach einem Krimi verdient mit 4:3 (2:1) durch und hält damit in der Gruppe 7 nach zwei von zehn Spielen weiter beim Punktemaximum. Neuer Tabellenführer ist aber Finnland nach einem 3:0 gegen Färöer.

Den Sieg hatten die Österreicher vor allem Alessandro Schöpf zu verdanken, der zwei Tore (53., 79.) erzielte und zudem zwei Assists beisteuerte. Trainersohn Michael Gregoritsch (9.) und Louis Schaub (20.) hatten für die 2:1-Pausenführung gesorgt. Die zum Auftakt mit 2:0 in Aserbaidschan siegreich gebliebene Mannschaft von Teamchef Werner Gregoritsch ist damit weiter seit dem 1:3 gegen Albanien am 5. März 2014 ungeschlagen.

Für die Russen waren Tore von Ramil Schejdajew (40., 64./Elfmeter) und Aleksander Taschajew (49.) zu wenig, sie kassierten die zweite Niederlage nach dem Auftakt-0:2 gegen Finnland. Neben den Finnen ist auch Deutschland noch ohne Niederlage, die DFB-Auswahl gewann ihre Auftaktpartie am Dienstag auswärts gegen Aserbaidschan 3:0.

Aggressiver, spritziger und ballsicherer

Die Österreicher starteten stark in die Partie, waren vor der Pause aggressiver, spritziger und ballsicherer als der Gegner. Die Russen standen vor allem in der Anfangsphase auf verlorenem Posten. Eine Schaub-Hereingabe konnten die Russen noch in höchster Not klären (7.). Zwei Minuten später war die schnelle Führung aber perfekt. Einen Schöpf-Eckball beförderte Gregoritsch in der Mitte über die Linie (9.). Die Russen wurden in der Folge etwas aktiver, deutlich gefährlicher blieben aber die Hausherren. Ein Martschinko-Weitschuss ging noch drüber (19.). Dafür legte Schaub einen weiteren Treffer nach. Der Rapidler konnte sich den Ball nach Schöpf-Hereingabe noch herrichten und schoss aus zehn Metern ein (20.).

Kurz vor dem Pausenpfiff gab es aber einen Rückschlag für die ohne die angeschlagenen Christian Derflinger und Christian Gartner angetretene Gregoritsch-Truppe. Der erste gute Angriff der Gäste wurde gleich belohnt. Nach Morosow-Lochpass bezwang Ramil Schejdajew den Ende August nach einem einmonatigen Leih-Gastspiel beim schottischen Erstligisten Ross County zum englischen Premier-League-Club Stoke City zurückgekehrten ÖFB-Goalie Daniel Bachmann (40.).

Gleich nach Wiederbeginn scheiterte Schaub aus kurzer Distanz an Russland-Goalie Aleksander Selichow. Und das rächte sich fast im Gegenzug. Schejdajew legte im Strafraum zurück auf Aleksander Taschajew, der keine Mühe hatte einzuschießen (49.). Die ÖFB-Auswahl zeigte sich davon aber unbeeindruckt und gab gleich wieder die richtige Antwort. Der starke Schöpf traf nach Wydra-Zuspiel platziert aus 18 Metern ins lange Eck (53.).

Da der niederländische Schiedsrichter Serdar Gözübüyük nach einem Zweikampf von Dominik Wydra mit Schejdajew auf Elfmeter entschied und Schejdajew sich diese Chance nicht entgehen ließ, mussten die Österreicher neuerlich einen Rückschlag wegstecken. Und das gelang. Der eingewechselte Kevin Friesenbichler zog seitlich aufs Tor zu und seine Hereingabe beförderte Schöpf am langen Eck im Rutschen über die Linie (79.). In der Schlussphase wäre noch ein höherer Sieg möglich gewesen.

Die Nachwuchs-Auswahl machte es damit dem A-Team nach, das in der laufenden EM-Qualifikation die "Sbornaja" zweimal mit 1:0 besiegen konnte.

Meinungen

Werner Gregoritsch (ÖFB-Teamchef): "In der ersten haben Stunde haben wir einen sehr guten Fußball gespielt, da hätten wir auch höher führen können. Dann haben wir ein unnötiges Gegentor gekriegt, waren zu wenig konzentriert, hatten eine zu große Breite im Spiel, weshalb sie reinkombinieren konnten. Wenn die Mannschaft aber am Ende nochmals zurückkommt und den Sieg noch schafft, ist das eine super Sache. Alle Spieler haben einen großen Anteil, dass wir jetzt sechs Punkte haben. Wir sind optimal gestartet und haben jetzt zwei Heimspiele vor uns, die sicher sehr schwer werden. Wir haben gesehen, dass es keinen Gegner gibt, gegen den man sich nach einer 2:0-Führung zurücklehnen kann."

Louis Schaub (ÖFB-Torschütze): "In den ersten 30 Minuten haben wir super Fußball gespielt, dann sind wir ein bisschen eingeknickt. In der zweiten Halbzeit haben wir es wieder besser gemacht und verdient gewonnen. Sechs Punkte aus zwei Spielen, das ist ein super Start für uns."

Alessandro Schöpf (ÖFB-Doppel-Torschütze): "Heute haben wir als Mannschaft sehr, sehr gut gespielt. Wir haben uns unnötig das Leben schwer gemacht, weil wir die 2:0-Führung leicht hergegeben haben. Am Ende sind wir glücklich, dass wir die drei Punkte geholt haben."

Österreich - Russland 4:3 (2:1). St. Pölten, SR Gözübüyük (NED), Tore: Gregoritsch (9.), Schaub (20.), Schöpf (53., 79.) bzw. Schejdajew (40., 64./Elfmeter), Taschajew (49.)

ÖFB-Aufstellung: Bachmann - Mwene, Gugganig, Lienhart, Martschinko - Wydra, Rasner (73. Jäger) - Schöpf, Schaub (80. Sallahi), Lazaro (61. Friesenbichler) - Gregoritsch

Aserbaidschan - Deutschland 0:3 (0:1). Baku, Tore: Selke (33., 93.), Kimmich (88./Elfmeter). Gelb-Rote Karte: Nagiev (45.+1/Foul/Aserbaidschan). Anm.: Deutschlands Selke (41.) und Meyer (69.) vergaben jeweils einen Elfmeter.

Finnland - Färöer 3:0 (3:0). Vantaa, Tore: Yaghoubi (24./Elfmeter, 39.), Skrabb (31.)

Tabelle:
1. Finnland 2 2 0 0 5:0 6
2. Österreich 2 2 0 0 6:3 6
3. Deutschland 1 1 0 0 3:0 3
4. Aserbaidschan 3 1 0 2 1:5 3
5. Russland 2 0 0 2 3:6 0
6. Färöer 2 0 0 2 0:4 0

Nächstes ÖFB-Spiel: Österreich - Aserbaidschan (9. Oktober, 17.30 Uhr, St. Pölten)

Modus: Die neun Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die Endrunde 2017 in Polen, für die erstmals zwölf Teams teilnahmeberechtigt sind. Die vier besten Zweitplatzierten spielen in einem Play-off um die zwei übrigen Startplätze neben Gastgeber Polen.