Erstellt am 31. Mai 2016, 05:04

von Wolfgang Wallner

Ein bitterer Rekord. Neo-St. Pöltnerin Ivona Dadic verbessert den österreichischen Rekord. Auf‘s Olympia-Limit fehlten vier Punkte.

Bittere Tränen. Coach Philipp Unfried musste die Neo-St. Pöltnerin Ivona Dadic nach dem 800-Meter-Lauf trösten.  |  NOEN, APA/Stipov

Ein Triumph mit ganz bitterem Beigeschmack! Im Mehrkampf-Mekka Götzis hat Ivona Dadic, die seit heuer für die Union St. Pölten an den Start geht, haarscharf das Limit für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro verpasst. Über den österreichischen Rekord, den sie mit ihren 6.196 Punkten aufgestellt hat, konnte sich Dadic „überhaupt nicht freuen. Das Olympia-Ticket um vier Punkte zu verpassen, ist unglaublich brutal.“

Die Neo-Niederösterreicherin hat in Götzis ihre eigene Bestmarke vom Herbst 2015 um 45 Zähler nach oben geschraubt. Im abschließenden 800-Meter-Lauf, den Dadic in 2:15,58 Minuten absolvierte, hätten nur wenige Hundertstel gereicht, um das Limit zu knacken.

Doch die Union-Athletin weiß, dass sie den großen Coup im Speerwurf verpasst hat. Dort kam Dadic über 46,51 Meter nicht hinaus.„Ich habe sechs Meter unter meiner Bestleistung geworfen“, ärgert sich Dadic. „Das war ein Aussetzer, den man sich nicht erlauben darf. Wie mir das passieren konnte, ist mir schleierhaft, im Training war ich serienweise über 49 Meter!“

"Kann und will ich mich nicht verlassen"

Ob Dadic in vier Wochen beim Meeting in Ratingen (25./26. Juni) an den Start gehen wird, ist noch offen. Wahrscheinlich wird sie aber im Rahmen der Europameisterschaft in Amsterdam (6. bis 10. Juli) den nächsten Anlauf aufs Olympia-Limit unternehmen.

Außerdem hat Dadic möglicherweise gar nicht so schlechte Karten, über die Weltranglisten-Regelung (die Top-32 der Jahre 2015 und 2016 sind für Olympia qualifiziert) den Sprung nach Rio zu schaffen. „Aber darauf kann und will ich mich nicht verlassen“, setzt die 22-Jährige alles auf die „EM-Karte“. In Amsterdam will sie nachholen, was in Götzis ganz knapp nicht gelang.