Erstellt am 07. Juni 2016, 05:25

von Romeo Felsenreich

Lokalmatador gewinnt Classic. 800 Sportler nahmen bei Regen den Extrembewerb, "der Härteste im Osten&", wie Veranstalter Zofall zurecht verspricht, in Angriff. Im Classic lag Teubenbacher vorn.

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Das Regierungsviertel der Landeshauptstadt bot am Sonntag als Start- und Zielort der neunten Auflage des St. Pöltner Radmarathons wieder tolles Radsportflair. Drei Streckenkategorien (Extrem, Ladies Race und Classic) standen am Programm. Nur das Wetter war zu den Athleten nicht freundlich. Organisator Karlheinz Zofall nahm‘s gelassen: „Unsere Athleten suchen ja die Herausforderung!“

Dabei hatten beim Start zum Extrembewerb über 158 Kilometer, den Bürgermeister Matthias Stadler pünktlich um acht Uhr vornahm, noch perfekte Radsportbedingungen für die über 800 Sportler geherrscht.

Bereits nach einigen Kilometern gingen die Wetterkapriolen aber los. Neutralisiert ging es ins Pielachtal. Über Wetterlucke und Luft fuhren die Teilnehmer bei widrigsten Bedingungen — Starkregen und Wind — bis nach Schwarzenbach, dann weiter nach Türnitz. Über den Annaberg und Wastl am Wald führte die Strecke zurück nach St. Pölten. Der Steirer Helmut Puchwein schaffte die 2748 Höhenmeter in 4:26 Stunden und siegte vor dem Wiener Lukas Bauernberger. Dritter wurde Hannes Forsthuber aus Neumarkt. Lokalmatador Richard Wachter vom RC sunpor belegte in seiner Altersklasse den 16. Platz vor Bernhard Müllauer vom Union Radteam Pielachtal. Bei den Damen siegte beim Extrembewerb Agnes Kittel aus Wien in 4:44:30. „Den Sportlern wurde alles abverlangt, man muss den Hut vor ihnen ziehen“, gratulierte Zofall allen, die sich ins Ziel kämpften.

Ladies Race erfreute sich großer Beliebtheit

Eine halbe Stunde nach dem Extrembewerb wurde das Ladies Race, Österreichs erster und einziger Damenradmarathon, der heuer seine zweite Auflage erfuhr, gestartet. „Die Steigerung der Teilnehmerzahl von 30 Prozent zeigt, wie beliebt der Bewerb ist“, freut sich Zofall. In einem spannenden Rennverlauf konnte sich Evelyn Zipper in 2:22:18 Stunden vor der Deutschen Lorraine Dettmer durchsetzen. Dettmer war bereits im Vorjahr Zweite. Dritte wurde die Ungarin Diana Pulsfort. Stark platziert auch Sonja Schibich vom Veranstalterklub RC sunpor als beste Lokalmatadorin. Sie wurde Siebente ihrer Altersklasse, knapp vor der Frankenfelserin Sonja Riedl (2. ihrer Klasse) und Anna Billensteiner (URT Pielachtal, 4. ihrer Klasse).

Den Classic-Bewerb nahmen heuer rund 500 Sportler in Angriff. Hier standen wie bei den Damen 80 Kilometer und 1110 Höhenmeter am Programm. Wetterlucke, Luft und Plambacheck waren zu absolvieren. „Der Bewerb wurde zu einer wahren Regenschlacht“, schildert Zofall. Die Überraschung des Tages lieferte Gerald Teubenbacher vom RC sunpor. Der Stössinger ist seit Jahren ein Begriff in der Cross- und Querfeldein-Szene. Die dort geforderten Qualitäten kamen Teubenbacher bei den nassen Abfahrten entgegen. Er konnte sich stets im Spitzenfeld behaupten und sicherte sich letztlich den Sieg.

Teubenbachers starke Siegerzeit betrug 2:08 Stunden. Damit konnte er sich knapp gegen Hannes Brandecker aus Reichraming im Sprint behaupten. Dritter wurde Manfred Neuweg aus OÖ. Teubenbachers Vereinskollege Christoph Neudolt wurde Achter und verfehlte in seiner Altersklasse als Fünfter das Podest nur knapp.

Auch Benni Karl gab sich die Ehre — Zehnter! 

 

Master-Weltmeister Gerhard Hrinkow siegte in der Altersklasse 7. Snowboard-Weltmeister Benjamin Karl erreichte trotz einer 300-km-Charity-Radfahrt am Vortag in seiner Altersklasse den zehnten Platz. In der Teamwertung konnte sich Constantia Teich vor Voith St. Pölten durchsetzen. Neu im Programm war der Kinderbewerb bis 10 Jahre. In der beeindruckenden Kulisse des Regierungsviertels erfuhren viele Kids erstmals das Feeling eines Großevents.

Zofall zeigte sich rundum zufrieden und plant für kommendes Jahr bereits groß. „2017 gibt’s die Jubiläumsausgabe, für die wir uns noch etwas ganz besonderes einfallen lassen werden“, verspricht er.