Erstellt am 10. Mai 2016, 05:54

von Claus Stumpfer

"Rekord ist mein Ziel". 100-m-Hürdensprinterin Beate Schrott genoss ihren letzten Heimaufenthalt, ehe die Olympia-Saison jetzt richtig startet.

 |  NOEN, APA

Beate Schrott ist österreichische Botschafterin der Kampagne „Danke Mama“ von Olympia-Ausstatter Procter & Gamble, und da war es quasi schon Pflicht, dass sie am Muttertag daheim vorbeigeschaut hat.

Mama Doris, eine ehemalige Mehrkämpferin aus Maria Anzbach, war es, die Beate Schrott zur Leichtathletik brachte. „Wir sind uns sehr, sehr nahe. Ich sehe meine Mama als meine beste Freundin und sie sieht mich – glaube ich – auch als ihre beste Freundin. Wir telefonieren täglich – und es bedeutet mir viel, dass sie jetzt mit der Danke-Mama-Kampagne die Anerkennung erhält, die sie verdient.“

Rechtzeitig vor dem Muttertag am 8. Mai ist die Kampagne auch in Österreich angelaufen. Das Duo Beate und Doris Schrott ist ab sofort in Werbeaktionen des Einzelhandels zu sehen und die Mama wird als Gast von P&G in Rio dabei sein.

„Die letzte Woche war aber mein letzter Urlaub vor den Olympischen Spielen“, ist die 28-Jährige mit ihrer bisherigen Vorbereitung zufrieden: „Ich war heuer mehr als 17 Wochen in Übersee – Südafrika und Bradenton/Florida, hab‘ seit meinem letzten Wettkampf, der WM in Peking, rund 250 Trainingseinheiten absolviert.“

Für ihr Trainingsumfeld nach der Trennung von Trainer Philipp Unfried findet sie nur lobende Worte, auch wenn sie zugibt, dass sie Heimweh plagt. „Ständig mit internationalen Top-Athleten zu trainieren, ist sehr gut, aber der Kontakt zur Familie und die Freunde in St. Pölten fehlen mir doch“, hat für die studierte Medizinerin der Sport aber im Moment nochmals Vorrang.

Ihr Olympiafahrplan steht zwar noch nicht im Detail fest, aber das Heim-Meeting in St. Pölten, ist fix. „Da möchte ich unbedingt starten, umso mehr, weil ich die letzten beide Male verletzungsbedingt passen musste.“

Schrotts Saisonziel ist klar der Start in Rio, wobei sie sich aber nicht primär an der Platzierung orientiert. „Natürlich träume ich von einer Medaille“, ist ihr aber bewusst, dass allein der Finaleinzug wie 2012 in London ganz schwer wird. „Mein eigentliches Ziel ist es daher, in Rio meinen österreichischen Rekord von 12,82 Sekunden zu verbessern, der Rest kommt dann von allein“, meint sie.

Ganz wichtig ist für Schrott bereits die „halbe Heim-EM“ in Amsterdam: „In den Niederlanden ist der Hype um Dafne Schippers, die mit mir in Arnheimtrainiert, sehr groß“, betont Schrott aber auch die Wichtigkeit der EM für den Verband. „Je mehr Top-8-Plätze der ÖLV vorweisen kann, desto mehr Fördergelder gibt es“, möchte sie daher ihr Vorlauf-Aus bei der letzten EM in Zürich vergessen machen. „Da war ich einfach nicht fit!“