Erstellt am 01. Oktober 2015, 05:52

von Claus Stumpfer

"Bin kein Fußballer, aber voll begeistert". Andreas Marada erklärt als designierte Obmann vom FC Olympique Klosterneuburg seine Beweggründe, das Amt zu übernehmen.

Andreas Marada leitet jetzt interimistisch den FC Olympique Klosterneuburg.  |  NOEN, privat

NÖN: Was hat Sie bewogen, das Erbe von Daniel Wertheim als FC OK-Obmann anzutreten?

Andreas Marada: Ich bin kein Fußballer, aber Spielervater, der vom Fieber gepackt wurde, als er gesehen hat, was beim FC OK geleistet wird. Mich begeistern die gesellschaftlichen Aspekte des Fußballs. Da spielen Söhne von Generaldirektoren neben jenen von Bauarbeitern und ihre Väter fallen sich auf der Tribüne um den Hals, wenn ein Tor fällt. Beim FC OK wird das besonders gelebt und deshalb helfe ich hier gerne mit. Ich habe immer wieder mitangepackt, wenn es etwas zu tun gab, und diesen typischen FC OK-Spirit möchte ich weitertragen. Das ehrenamtliche Engagement ist bei uns die Basis für den Erfolg!

Ist dieser „Spirit“ gefährdet?

Marada: Ich bin der Überzeugung, dass wir uns Wertheims Aufbauarbeit der letzten zehn Jahre nicht kaputt machen lassen dürfen. Die Nachwuchsarbeit von Olympique ist vorbildhaft. Selbst ein Andi Marek hat unlängst bewundernd zu mir gemeint: „Ihr seit doch der größte Nachwuchsverein Niederösterreichs“ — und das stimmt! Manche glauben, dass wir vom FC OK in der Spielgemeinschaft zu schwach aufgetreten seien. Aber wir sind durch Diplomatie stark und werden diesen Weg weiterbestreiten. Besorgte Eltern seien beruhigt: Wir lassen uns nichts wegnehmen!

Kritiker vom SG-Partnerklub SCK meinen, es würde bei der Nachwuchsarbeit des FC OK zu wenig auf Leistung geschaut?

Marada: Das ist die Sicht eines „Eislaufmami-Daseins“, wie sie SCK-Präsident Hrebicek hinsichtlich seines unbestritten talentierten Sohns einnimmt — meine Mutter, die ich liebe, hatte auch ein wenig davon. Er übersieht, dass die Freude bei Jugendlichen dazugehört, wenn sie sich zu Spitzenspielern entwickeln sollen. Als Obmann des FC OK hat Daniel Wertheim vorbildhaft diplomatisch immer den Ausgleich zwischen allen Strömungen gesucht — von Kampfmannschaftsspielern und Trainern, dem Nachwuchs und den Eltern — damit die Mischung aus Spaß und Top-Bedingungen stimmt. Es gibt von den Eltern der rund 350 Nachwuchskicker — egal ob sie vom SCK oder von Olympique sind — kaum jemanden, der Hrebiceks kritische Ansicht teilt.

Ihr Obmann-Pendant beim SG-Partnerklub SCK teilt Sie. Werden Sie sich mit Robert Eder nicht auseinandersetzen müssen?

Marada: Ich denke, dass ein Gespräch mit Hrebicek notwendig ist. Ich werde den SG-Vertrag bis zum letzten Tag einhalten, und der läuft erst im Juni 2016 aus. Wir müssen also reden — über Sponsoring und vieles mehr! Aber Eder erklärt an einem Tag die Scheidung und sagt am nächsten, „zeugen wir noch ein Kind“. Das ist nicht seriös!

Wie stehen Sie zur Kampfmannschaft der SG Klosterneuburg?

Marade: Ich bin glühender Befürworter der Fusion, denke nicht mehr in zwei Klubs. Es muss uns gelingen, sowohl die Tradition des 1912 SCK als auch den Spirit des FC OK in einen Klub überzuführen, dann ist vieles möglich. Aber ich halte nichts davon, sich den Weg in die Landesliga zu kaufen, denn das hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Wir haben finanziell potente Mitglieder beim FC OK, wie Investor Pecik, der auch Spielervater ist und in unserem Präsidium sitzt. Wir beraten, wie er sich verstärkt beim Klub einbringen kann, aber dabei geht es nicht um Finanzmittel, sondern einen Einsatz für den Klub, der vom Herzen kommt.

Sehen Sie die Chance auf Landesliga-Fußball in Klosterneuburg?

Marada: Nachhaltige Aufbauarbeit kann nur mit der eigenen Jugend gelingen. Sie garantiert, dass langfristig auch die Tribünen mit Spielereltern voll sind, denn auch bei der Kampfmannschaft braucht’s eine Identifikation mit dem Klub. Wenn die da ist, kommt der Erfolg!