Erstellt am 11. Mai 2016, 05:44

von Claus Stumpfer

Kür mit Handicap. Der Tullnerbacher Martin Wolf verpasst beim Kärnten-Cup zweimal knapp das Stockerl. Bei den Kärntner Landesmeisterschaften in Klagenfurt wurde Wolf heuer vom Pech verfolgt.

Europameister an den Ringen Höck, Miedler und ÖFT-Sportdirektor Egermann (v. l.).  |  NOEN, zVg

Nur 0,11 Punkte lagen zwischen ihm und dem Drittplatzierten, was den Wert einer nicht gestreckten Zehe hat. So musste er sich im 20-Turner starken Starterfeld aus fünf Bundesländern mit Rang fünf begnügen. Zwei Tage später trat Wolf beim Kärnten-Cup zu seinem ersten ernst zu nehmenden Kürwettkampf an, welchen er bereits mit Handicap beginnen musste.

Am Vortag von einem Magendarmvirus heimgesucht, fehlten Kraft und Motivation für einen Wettkampf nach internationalen Vorschriften. „Wir mussten seine Küren binnen Minuten je nach Allgemeinzustand anpassen, aber Martin hat seine Sache großartig gemacht und bewiesen, dass er kämpfen kann“, berichtet Trainer Sivado.

Der Wettkampf selbst war ein Auf und Ab. Am Pferd lieferte Wolf völlig überraschend eine stabile Kür ab, die sonst im Training nicht immer gelang. Die so erlangte Motivation war an den Ringen, wo Kraftelemente wie die Stemme misslangen, schnell dahin, um gleich wieder beim Sprung einen soliden Handstand-Überschlag mit Punktehöchstzahl des Tages zu zeigen, obwohl die ursprünglich geplante Schraube daran und die damit höheren Punkte fehlten.

Am Barren wiederum wurde die Kür zwar stark gekürzt, dafür aber sauber gezeigt, das Reck misslang gänzlich, weil die Angst in den Knochen saß und keine Riesenfelgen mit Saltoabgang möglich waren — null Punkte!

Die Sprungkraft war am Boden gefordert, Hock- und Twist-Salti mit halben Schrauben retteten alles. Die Elemente gelangen zwar nicht fehler-, aber zumindest sturzfrei. Insgesamt erreichte der Youngster mit ausgezeichneten 42,65 Punkten Platz vier.