Erstellt am 05. April 2017, 05:58

von Claus Stumpfer

Zwei im Landeskader. Tullnerbacher Kunstturngeschwister erstmals gemeinsam bei internationalen Wettkämpfen im Einsatz.

Die Tullnerbacher Geschwister Martin und Marie Wolf sind nun beide im NÖ Landekader angekommen und gehen gemeinsam bei internationalen Bewerben an den Start.  |  NOEN, privat

Zur 20. Jubiläumsausgabe des Internationalen Jugendturniers Attila Pinter Memorial in Innsbruck gelang es erstmals drei vollständige Teams aus NÖ in den drei olympischen Sportarten Kunstturnen Männer, Frauen und rhythmische Gymnastik zu nominieren. Unter den Turnern wurden auch die beiden Kunstturngeschwister Marie und Martin Wolf aus Tullnerbach in den NÖ-Kader einberufen.

Während die elfjährige Marie bereits über erste Erfahrungen verfügt, konnte erstmals auch ihr um ein Jahr jüngere Bruder internationale Wettkampfluft schnuppern — und das bei einem Wettkampf mot 120 Teilnehmer aus sieben Nationen.

Marie erreichte Platz 16 in der Altersgruppe „Youth“ (2002 und jünger), Martin musste mit Rang 25 vorliebnehmen. Aber auch wenn der subjektive Erfolg für den jungen Turner ausblieb, so ist seine Bilanz nach dem Wochenende positiv: „Ich bin zwar ein bisschen enttäuscht über die Platzierung, habe aber ein paar neue Kontakte nach Italien geknüpft und das ist schon cool, denn bald machen wir einen Austausch mit Turnern aus Turin — die sind dort nämlich wirklich richtig gut!“

Die Trainer Sivado und Hodi sehen Potenzial

Trainer Janos Sivado ist zufrieden mit seinem Schützling: „Wir stehen erst am Anfang von Martins Turnkarriere und viele Elemente mit Punktwerten im internationalen Code sind noch nicht wettkampfreif, stehen aber kurz davor“, macht der Coach aber alles vom Fleiß seines Schützlings abhängig. „Wenn er dranbleibt, kann er einen Riesensprung machen“, glaubt Sivado vom körperlichen her an das Talent seines Youngsters. „Kommende Elemente sind etwa der Tsukahara am Sprung, ein Saltoabgang am Barren, Doppelsaltos und auch verschiedene Riesenfelgen mit Griffwechsel am Reck.“

Schwester Marie hat ihr Tief schon überwunden und gelernt mit der Angst in ihrem Sport besser umzugehen. So konnte sie erstmals mit dem freien Rad ein neu erlerntes Element am Balken zeigen, auch die Schrauben werden am Boden zunehmend Standard. Am Stufenbarren scheint die Blockade überwunden und erste Griffwechsel, Drehungen am Holm und ein erstes Flugelement zwischen den Holmen konnten gezeigt werden.

„Es war weit weg von fehlerfrei, aber immerhin hat sich Marie nun getraut und die Elemente sind einmal präsentationsreif“, freut sich Trainerin Agnes Hodi, dass ihre Jüngste die Krise überwunden hat. „Vieles braucht in diesem Alter einfach seine Zeit, besonders das Thema Angst, aber auch Geduld, Zähigkeit und Konsequenz gehören zum Mix der Sieger in unserem Sport - nicht einfach für Heranwachsende“, weiß Hodi.