Erstellt am 02. März 2016, 05:29

von Claus Stumpfer

Nicht reif für Olympia. Maria Ramberger landet bei Generalprobe für Pyeongchang im Krankenhaus. Kritik an Organisation und medizinischer Versorgung!

 |  NOEN, Markus Schiller

Maria Ramberger zog sich letzte Woche eine schwere Knieverletzung in der Qualifikation beim Snowboardcross-Weltcup in Südkorea zu. Damit ist für die Klosterneuburgerin die Saison beendet.

„Keine der Läuferinnen wollte die Qualifikation bestreiten, denn es war wegen der Windböen zu gefährlich — ein Unsinn, für den ich jetzt die Rechnung bezahlen muss“, ärgert sich die 29-Jährige. Normalerweise wird beim Snowboardcross das Finalfeld auf 24 Fahrerinnen reduziert, bei der Olympiageneralprobe in Pyeongchang waren aber nur 21 Fahrerinnen gemeldet. „Die Qualifikation wäre ein reiner Setzungslauf gewesen, weshalb ich schon mit anderen Fahrerinnen bei der Rennleitung eine Absage der Quali und die Setzung nach den Weltcuppunkten gefordert habe“, schildert sie. Doch die Qualifikation wurde erst nach etlichen Stürzen abgebrochen — zu spät für Ramberger!

Mit Startnummer zwei zeigte sie einen tollen Run, doch aufgrund des Windes kam sie beim letzten Hindernis zu Sturz. „Ich bin voll abgesprungen, aber es ist nicht gut ausgegangen, habe noch im Fallen gespürt, dass im Knie wieder etwas gerissen ist“, erklärt Ramberger, die dann im örtliche Krankenhaus erfuhr, das Kreuzband und Meniskus im rechten Knie geschädigt sind. „Was genau los ist, werde ich wohl erst in Österreich erfahren, hier habe ich nicht einmal Krücken oder eine Packung Eis bekommen — das musste ich mir selbst besorgen“, war sie mit der Erstversorgung im künftigen Olympiaort gar nicht zufrieden. „Im medizinischen Bericht ist sogar eine schwere Kopfverletzung vermerkt, die es nicht gab — das war nicht besonders hilfreich, um den Rückflug mit meiner Versicherung abzuklären“, erzählt Ramberger frustriert