Erstellt am 15. Juni 2016, 05:40

von Claus Stumpfer

Österreichische Jugendmeisterschaften: Teambronze für Wolf. Nach turbulentem Frühjahr erfolgreicher Saisonabschluss für unsere Turngeschwister.

 |  NOEN, zVg

Eine äußerst schwierige Saison liegt hinter der 11-jährigen Tullnerbacherin Marie Wolf. Aufgrund von akuten Problemen an der Hüfte war bereits einen Monat vor der österreichsichen Jugendmeisterschaft in ihrer Heimhalle im St. Pöltner Sportzentrum NÖ Schonprogramm im Training angesagt. Dennoch wollte sich die Turnerin den Saisonhöhepunkt vor heimischem Publikum keinesfalls entgehen lassen.

Nach einem Wachstumsschub war sie von Trainerin Agnes Hodi bereits eine Wettkampfstufe in die U 16 überreiht worden. „Diese Stufe kommt ihren körperlichen Voraussetzungen mehr entgegen“, ist Hodi überzeugt. Der jungen Turnerin war somit aber klar, dass in dieser Altersgruppe für sie nichts zu gewinnen war.

„Mit dem Hüft-Handicap stand überdies bis zum Schluss das Antreten in Frage. „Nur wenige Turnelemente sind derzeit schmerzfrei möglich“, klagt sie. Letztlich lieferte Wolf in den Elementgruppen einen stark vereinfachten Wettkampf, aber dafür eine umso überzeugendere Präsentation im Ausdruck ab und es gelang sogar an mehreren Geräten ältere Mädchen zu schlagen. „Marie hat jetzt vier Jahre lang Zeit, sich nach vorn zur internationalen Klasse zu arbeiten, die Premiere ist absolut gelungen“ freut Hodi die Performance ihrer jüngsten Athletin. „Trotz ihrer jungen Jahre kann sie mit ihrer Persönlichkeit bereits mit den älteren Mädchen mithalten — die Schwierigkeitswerte der Übungen werden rasch wieder da sein und weiterentwickelt werden.“

Maries Bruder Bruder Martin Wolf (10) durfte sich mit der Mannschaft über eine Bronzemedaille in der jüngsten Wettkampfklasse J3 (U 13) freuen. Sein Einzelergebnis blieb aber unter seinen persönlichen Erwartungen. „Ich wollte mich in die Top 10 turnen“, war der Youngster mit Rang 19 alles andere als zufrieden.

„Martin hat das Zeug dazu, aber schwierige Trainingsbedingungen ließen keine optimale Vorbereitung zu und das Teilnehmerfeld war heuer extrem eng beieinander und sehr stark“, musste Trainer Janos Sivado seinen Schützling trösten. „Im Herbst wechselt Martin ins Gymnasium nach St. Pölten, da fällt dann die beschwerliche Anreise zum täglichen Training endlich weg“, macht ihm auch seine Mutter Tina Weinberger Mut.

Nach einer Pause geht es noch im Sommer ins Trainingslager, das heuer im olympische Zentrum in Budapest abgehalten wird, um sich auf die Herbstwettkämpfe vorzubereiten. „Dort herrscht mehr Ruhe, um optimal zu trainieren“, weiß Hodi.