Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:37

von Claus Stumpfer

Riegl mit Handicap. Schon auf Etappe eins des 250-Kilometer-Wüstenrennens durch die Atacama in Chile quälte den Gablitzer eine Fersenbeinprellung.

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Der Gablitzer Karl-Heinz Riegl war letzte Woche dabei, als die Härtesten unter den Ultraläufern beim „Atacama Crossing“ in Chile die trockenste Wüste der Welt 250 Kilometer durchquerten. Wie bei Riegls Abeneuern üblich, musste er auch diesmal die gesamte Ausrüstung und Verpflegung im Rucksack mit sich tragen.

„Gestärkt hat mich die professionelle Vorbereitung und intensive Unterstützung durch das IMSB (Sportmedizinisches Zentrum Südstadt)“, weiß Riegl, wem er seine Topform zu verdanken hatte. Keine Medikamente fanden aber die Sportmediziner aber gegen seine schmerzhafte Fersenbeinprellung, die sich der 56-Jährige nach anfänglicher hervorragender Platzierung schon auf der ersten Etappe zugezogen hatte.

So wurde der ganze Lauf leider wieder zu einer enormen Quälerei, doch Aufgeben war für mich kein Thema“, versuchte Riegl seinen Laufstil und die Geschwindigkeit stattdessen an sein Handicap anzupassen. Unter diesen Voraussetzungen ist Beständigkeit gefordert, und so rief ich auf 3500 Meter Seehöhe bei über 40 Grad am Tag und bis zu minus 6 Grad in der Nacht meine Leistung ab“, bewahrte er einen „kühlen Kopf“. Dadurch konnte Riegl schlussendlich in der Klasse 50+ den zweiten Platz und in der Gesamtwertung Rang 17 (von 164 Teilnehmern) ins Ziel retten. „Im Kampf um die Stockerlplätzen in der Gesamtwertung, wie zuletzt beim Jungle-Ultra in Peru (2. Platz), konnte ich aber aufgrund des Handicaps natürlich nicht eingreifen“, sah sich Riegl doch etwas unter Wert geschlagen.

Neue Pläne hat er aber noch keine. „Nach meiner Heimkehr ist jetzt einmal Regeneration angesagt“, erklärte Riegl die heurige Laufsaison bereits für beendet. Jetzt gilt es für ihn die Verletzung ordentlich auszuheilen, um im Jänner wieder mit dem Training beginnen zu können. „Erst danach wird über die konkrete Wettkampfliste für 2016 entschieden“, ist Riegl Profi genug, um jetzt nichts zu überstürzen. Nach Karriereende klingt diese Ansage aber nicht.