Erstellt am 16. März 2016, 09:56

von Claus Stumpfer

"Um 0,2 Sekunden mein erstes Preisgeld verpasst". Klaus Hausleitner belegt bei der EM in Warschau Rang acht, fast zeitgleich mit dem Sechsten, der zur Siegehrung durfte.

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Es gab ein Herzschlagfinale nach sehr viel Drama bei dieser Europameisterschaft für Klaus Hausleitner. „Der achte Platz in diesem Klassefeld war zwar mehr, als ich mir erwartet hatte und sicher meine beste internationale Leistung bisher, aber am Ende habe ich mich geärgert, dass ich wegen 0,2 Sekunden nicht zur Siegerehrung durfte“, klang er enttäuscht. Nachsatz: „Auch ein bisschen Preisgeld hätte ich als Sechster abgestaubt — aber das ist Nebensache“, bleibt er idealistischer Amateur.

Schon im Vorfeld zur EM hatte sich Hausleitner aber in Profiform präsentiert. „Nach den beiden zehnten Plätzen bei der EM 2014 und der WM 2015 lag die Latte hoch, ich wollte wieder die Top-10 knacken“, gibt er zu.

Als Rennmodus waren ein Sprint (rund 400 Stufen) und dann zwei Läufe über die volle Distanz (842 Stufen) im Abstand von je zwei Stunden vorgesehen. Über einen Punkteschlüssel wurden die Sieger ermittelt. Die Zeit war nur für den jeweiligen Durchgang relevant, für die Gesamtwertung zählte die Platzierung.

Schon beim Besichtigen hat Hausleitner bemerkt, dass ihm das Stiegenhaus entgegenkam. „Ich habe einen tollen Laufrhythmus gefunden, konnte auch den Handlauf gut nutzen“, erklärt er.

Zeitnehmung fehlerhaft, erster Lauf war ungültig

In der Früh ging es dann mit dem Sprint los und Hausleitner erwischte einen guten Lauf. „Als ich aber meinen Namen um Platz zehn in der Rangliste suchte, fand ich ihn nicht — bis mir jemand sagte, dass ich weiter oben schauen müsse!“ Hausleitner fand sich am sensationellen fünften Platz wider. Allerdings wurden Probleme mit der Zeitnehmung bekannt, und so wurde der Lauf wiederholt.

„Ärgerlich, aber in Ordnung, weil mir meine Zeit und die Platzierung sowieso zu gut vorkamen und ein Wettkampf ja fair ablaufen soll“, erklärt Hausleitner. Somit wurde ein weiterer Sprint zwischen den beiden langen Läufen eingeschoben. „Ich bin mit dem Gedanken, dass es für alle gleich ist, motiviert in den ersten langen Lauf gestartet und wurde wieder Fünfter — diesmal in korrekten 3:46 Minuten mit starken Gegnern hinter mir“, freute sich Hausleitner.

Im Wiederholungssprint erreichte Hausleitner Platz sieben und somit war er vor dem Finale in der Gesamtwertung ebenfalls Siebenter, den erträumten sechste Platz ín Reichweite.

„Im Finale war der Akku aber recht leer“,musste Hausleitner mit der Zeit von 3:53 und Platz acht vorliebnehmen (gesamt Siebenter). Aber wäre er nur um 0,2 Sekunden schneller gewesen, hätte er sich um einen Rang im Lauf und in der Gesamtwertung verbessert — mit allen Folgen: Siegerehrung, Preisgeld! Den größten Kuchen davon bekam der Deutsche Christian Riedl, der vor dem polnischen Favoriten Piotr Lobodzinski und dem Italiner Fabio Ruga siegte. Hausleitner wurde bester Österreicher vor Jakob Mayer, der bei der letzten WM noch Vierter war.

Zeit zum Grübeln hat Klaus Hausleitner aber nicht. Bereits am Donnerstag geht es mit dem Einladungsklassiker hinauf auf den Effelturm weiter (live auf Eurosport 2 ab 21 Uhr).