Erstellt am 20. April 2016, 05:54

von Claus Stumpfer

Wolf holt Silber bei Landesmeisterschaft. Der Tullnerbacher Martin Wolf fixiert mit starker Leistung seinen Landeskaderplatz für die Staatsmeisterschaft.

Der Tullnerbacher Martin Wolf bei den Union-Landesmeisterschaften am Seitpferd. Am Ende wurde er Vizemeister.  |  NOEN, Weinberger
Bei der Landesmeisterschaft der NÖ Unionsvereine, die heuer in Mödling über die Bühne ging, hat sich der Tullnerbacher Martin Wolf den zweiten Platz hinter seinem Vereinskollegen, dem Herzogenburger Marcel Miedler, erkämpft.

Die beiden Turner der Sportunion St. Pölten, im Umfeld der einzige Verein mit dieser spektakulären olympischen Sportart im Programm, liefern sich seit Längerem ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel „Größtes Talent des Landes“ — diesmal hatte der etwas Jüngere die Nase vorn.

Sehr zum Leidwesen von Wolf, macht ihm doch derzeit sein Alter und das damit verbundene Längenwachstum einen Strich durch die Rechnung. Ein sich ständig ändernder Körperschwerpunkt ist nur schwer in den Griff zu bekommen. „Die Längs- und Querachsendrehungen, besser als Salti und Schrauben bekannt, benötigen dadurch permanent neues Fine-Tuning und andere Geschwindigkeiten bei den Drehungen, um gut zu landen“, kennt Trainer Janos Sivado vom LZ St. Pölten aber noch andere Probleme. „Was oft noch viel schwerer wiegt, ist das Erfordernis harten Krafttrainings, das wohl niemand gerne in diesem Alter macht, auch wenn es spielerisch erfolgt.“

Hauptproblem nicht bei sich selbst

Etwas, das auch Wolf zugibt, aber bei ihm selbst nicht als Hauptproblem sieht: „Klar ist es cooler rumzuschrauben, und es ist auch hart, wenn dich ein Jüngerer plötzlich schlägt“, meint der junge Turner zerknirscht, will den Kampf aber aufnehmen. „Meine Schwester Marie hat diese Wachstumserfahrung auch bereits gemacht, und kämpft nun nach einer längeren und zähen Krankheit in der Frühjahrssaison mit der Rückkehr zur alten Stärke“, nimmt er sie sich als Vorbild.

Marie hofft auf einen Antritt in der höchsten Jugendstufe, der J1 (U 15) bei den Staatsmeisterschaften, die von 11. bis 12. Juni in St. Pölten ausgetragen werden. „Erstmals nach 35 Jahren werden Österreichs beste Turner wieder in der Landeshauptstadt zu bewundern sein“, freut sich die Mutter der Wolf-Geschwister, Martina Weinberger. Als Sektionsleiterin der Union St. Pölten hat sie sich für die Durchführung besonders stark gemacht.