Erstellt am 06. April 2016, 05:24

von Claus Stumpfer

Zwei Sätze fehlten Pressbaum zum Sieg. Trotz 4:4-Remis ging für den ASV Pressbaum das erste Semifinalspiel daheim verloren – Satzverhältnis hat entschieden!

Der Bulgare Peyo Boychinov drückte dem ersten Semifinal-Gipfeltreffen seinen Stempel auf, stand am Ende aber mit leeren Händen da  |  NOEN, Stumpfer

PRESSBAUM - MÖDLING 4:4 (8-10-Sätze). Die Pressbaumer nahmen am Samstag als klarer Underdog das erste Semifinalspiel daheim im Sacre Coeur gegen den Titelverteidiger in Angriff. Doch der Außenseiter zeigte keine Scheu vor dem grißen Gegner. Vor allem Pressbaums entfesselt aufspielender Bulgare Peyo Boychinov entzauberte Luka Wraber, Österreichs derzeitige Nummer eins im Einzel, regelrecht.

Bereits beim ersten Herrendoppel krachten Pressbaums Spielertrainer und der Ex-Pressbaumer Wraber — mit ihm holte man den letzten Staatsmeistertitel — aufeinander. Zusammen mit seinem landsmann Daniel Nikolov erwischte Boychinov einen Traumstart und das Duo ließ bis zum Schluss gegen Wraber/Roy nicht locker. So gab es am Ende einen von den Rängen gefeierten 3-Satz-Sieg. „Ein erster Vorgeschmack, auf das, was an diesem Tag noch alles folgen sollte“, war auch Pressbaums Sportkoordinator Werner Langthaler begeistert.

Im Damendoppel lief es dann für Sonja Langthaler/Nina Sorger zwar nicht ganz rund, aber am Ende zog man sich doch noch achtbar aus der Affäre, die 0:2-Satzniederlage war aber erwartungsgemäß nicht zu verhindern.

Boychinov ließ Wraber gar keine Chance

Dann kam mit dem Einser-Herreneinzel das absolute Highlight des Tages. Und Boychinov lieferte die große Sensation ab. „Er siegte nicht nur, sondern tat dies in zwei Sätzen auf beeindruckende Art und Weise“, lobte Werner Langthaler den optimal vorbereiteten Spielertrainer. „Er hatte seinen Gegner perfekt analysiert, das machte sich bezahlt!“

Das Dameneinzel mit Susi Schuster war dann ein weiteres Match, das in zwei raschen Sätzen an die Gäste ging, und auch das Mixed — für den ASV spieleten Sonja Langthaler und Ralph Bittenauer — konnten die Mödlinger in zwei knappen Sätzen für sich entscheiden.

Nikolov machte dann aber mit seinem Sieg im zweiten Herreneinzel die Begegnung richtig spannend, zumal auch er Alen Roj in zwei Sätzen abfertigen konnte. Und auch das dritte Herreneinzel, bei dem der dritte Bulgare Ivan Panev für Pressbaum antrat, ging in zwei Sätzen an die Truppe aus dem Wienerwald, wobei die Südstädter allerdings Pech hatten. Christoph Syrch zog sich gleich im ersten Satz eine Knieverletzung zu und musste das Spiel aufgeben.

Beim Stand von 4:3 für Pressbaum musste also das zweite Herrendoppel entscheiden. Weil beide Teams bis dahin acht Sätze gewonnen hatten, waren Ralph Bittenauer und Stefan Ratheyser trotzdem unter Druck, hätten das Match gewinnen müssen. Die zwei Sätze waren umkämpft, aber am Ende hatte in beiden der Sieger des Grunddurchgangs die Nase vorn.

„Wenn man so knapp an der Sensation dran ist, kann man eine gewisse Enttäuschung nicht verhehlen“, gesteht Werner Langthaler, der aber auch betont, dass die Zuschauer sicher voll auf ihre Rechnung gekommen sind. Und er verspricht: „Wir werden auch am Samstag auswärts alles versuchen, sehen uns aber klar als Außenseiter!“