Erstellt am 27. April 2016, 05:34

von Raimund Novak

„Meine Fußsohlen brannten wie Feuer“. Hunger, Durst, Hitze, wunde Füße und 267km durch die Sahara: Mustafa Isovits meisterte den Marathon in Marokko.

Für Mustafa Isovits überlebenswichtig: Ein Rucksack mit Verpflegungs- und Notfallutensilien.  |  NOEN, Foto: privat

„Den Schweinehund habe ich fast stündlich bekämpfen müssen“, meldet sich ein schwer gezeichneter „Wüstenläufer“ aus seiner Heimat Schwechat zurück, nachdem er in Afrika den härtesten Marathon seines Lebens bestritt.

Der 49-Jährige Abteilungsleiter einer Rohrfirma in Schwechat investierte 5000 Euro in das Abenteuer in Marokko, bei dem er 65 Stunden unterwegs war. Der Wüstenmarsch über 267km, genannt „Marathon des Sables“, bringt die Teilnehmer an ihre körperlichen und geistigen Grenzen. „Alle zehn Kilometer musste ich eineinhalb Liter trinken, sonst hätte es gefährlich werden können“, schildert Isovits den Kampf mit Hunger, Durst und Hitze.

Doch diese Leiden waren nicht so qualvoll, wie das An- und Ausziehen der Socken. Weshalb? Der 49-Jährige kämpfte mit wunden Füßen, die er sich bei der Durchquerung der Wüstendünen zugezogen hatte. Immer wieder sank der Schwechater bis zu 20cm in den feinen Sand ein. „Die Fußsohlen haben gebrannt wie Feuer. Die Haut war total aufgerissen“, beschreibt Isovits die Tortur, die er dank der Ärzte überstand.

Übermüdet und mit farbenfroh schillernden Zehen erreichte er schließlich das Ziel. Die Tatsache diesen brutalen Wüstenmarsch erfolgreich beendet zu haben, freute Isovits mehr, als der 880. Gesamtrang. Rund 200 Teilnehmer mussten vorzeitig aufgeben, da sie den Herausforderungen der Sahara nicht gewachsen waren.