Schwechat

Erstellt am 13. Juli 2016, 05:31

von Gerald Burggraf, Raimund Novak und Christopher Schneeweiß

Neue Förderrichtlinien: Fluch oder Segen?. Das von der Gemeinde beschlossene Sportförderreglement sorgt bei den Vereinen für Diskussionen.

SVS-Obmann Johann Gloggnitzer hofft, dass die Zuschüsse nicht gekürzt werden.    |  noen, privat

Die Stadtgemeinde Schwechat stellt ihre Sportförderrichtlinien auf neue Beine. Inhaltlich bleiben die Anforderungen laut SP-Sportstadtrat Christian Habisohn „ähnlich wie früher“. Der Fokus der Subventionsvergabe liege jedoch eindeutig auf dem Nachwuchs.

Vom Prozedere wird sich, so Habisohn, für alle nicht-SVS-Vereine auch nicht viel ändern. „Die mussten ja auch schon bisher jeder für sich einreichen“, betont der Sportstadtrat. Gravierende Neuerungen gibt es aber für die Sportvereinigung Schwechat (SVS). Denn bisher reichte der Dachverband für alle Sektonen und Zweigvereine ein. Das wird sich mit den neuen Förderrichtlinien, die ab 2017 in Kraft treten, ändern.

Hauptaufgabengebiet soll Schulsport sein

„Wir wollen den Zweigvereinen Eigenverantwortung übertragen. Das bietet ihnen mehr Möglichkeiten, auch wenn es natürlich auch einen Mehraufwand bedeutet“, so Habisohn. Der Fokus der Subventionen liege weiterhin auf der Nachwuchsförderung. „So muss auch für die jeweiligen Nachwuchstrainer explizit eingereicht werden“, betont der Sportstadtrat. Darüber hinaus ergebe sich aus den Einzel-Einreichungen ein Mehr an Transparenz.

Der Dachverband selbst soll sich nun wieder auf sein Hauptaufgabengebiet fokussieren: den Schulsport. „Da geht es darum, jene Schüler die abseits des Schulsports ihrer Leidenschaft bei unseren Vereinen nachgehen wollen, bei der Überleitung zu helfen“, erklärt Habisohn.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist, dass den Vereinen im Rahmen des Fördergenehmigungsprozesses vor Augen geführt werden soll, wie viel die Stadtgemeinde abseits der Förderung aufwendet. Im Speziellen sind damit die zur Verfügung gestellten – natürlich mit Miete – Sportstätten gemeint. „Schwechat wendet pro Jahr 2,8 Millionen Euro für den Sport auf. Knapp eine Million geht direkt an die Vereine, der Rest ist der Aufwand für die Sportstätten“, stellt Habisohn klar.

„Hauptverein könnte zerlegt werden“ 

SVS-Obmann Johann Gloggnitzer betrachtet die neuen Richtlinien mit gemischten Gefühlen. „Es könnte sein, dass manche Zweigvereine keine Notwendigkeit mehr sehen, mit dem Hauptverein zu kooperieren, da diese bisher die Chance hatten, die Höhe der Geldflüsse mitzugestalten. Dadurch könnte die Sportvereinigung zerlegt werden. Bürgermeisterin und Sportstadtrat haben zwar zugesichert, dass sich an der Höhe der Förderungen künftig nicht viel ändern wird, aber warten wir einmal ab, was passiert.“

Dass die Vereine in Zukunft viele Pflichten zu erfüllen haben, ist auch dem Präsidenten von SVS Schwimmen bewusst, der meint: „Wenn man im Vorstand gut aufgestellt ist und seine Hausaufgaben macht, dann ist das alles zu bewältigen. Schwer wird es für kleinere Vereine, die vielleicht nur von einer Person abhängig sind. Diese haben sich bisher auf den Hauptverein verlassen können.“

Michael Szikora, Obmann der SVS-Sektion Fußball: „Für uns ändert sich nur der administrative Mehraufwand, sonst nichts. Dass das Geld weniger wird, ist eine Situation, die sich seit Jahren nicht ändert und daher nicht überraschend ist.“