Erstellt am 05. Dezember 2017, 01:53

von Claus Stumpfer

Erfolgreiches Wochenende für die St. Pöltner Falken. Am Samstag schaffte die Wagesreiter-Truppe in der HBA den Pflichtsieg in Hollabrunn. Dann kam der HLA-Meister.

Raphael Gasser (gegen Maier und Fetz) durfte wie der Rest der Jungfalken gegen den regierenden HLA-Meister Erfahrung sammeln.  |  NOEN, CS

Das NÖ-Derby war so etwas wie das Spiel der letzten Chance für die Landeshauptstädter, um vielleicht doch noch den Zug ins obere Play-off zu erwischen. Der Truppe um Spielertrainer Max Wagesreiter spielte dabei in die Karten, dass Hollabrunn Verletzte hat. Spielmacher Klajic fehlte komplett, Markovic und Gal standen nur für den Notfall parat. Der sollte auch eintreten, doch wirklich drehen konnten die beiden die Partie dann auch nicht mehr.

Vorsprung konnte gut verwaltet werden

Denn die Falken setzen sich dank des endlich völlig genesenen Peter Schildhammer rasch mit 9:5 ab (15.). „Und dann haben wir bis zehn Minuten vor Schluss diesen 4-Tore-Vorsprung hervorragend verwaltet“, schildert Vorstand Johannes Kral. Zur Pause führten die St. Pöltner sogar 13:8.

Wagesreiter spielte in der Abwehr praktisch durch, und trieb die Hollabrunner vor Heimpublikum zur Verzweiflung. Auch St. Pöltens junger Goalie Mark Hübner wusste wieder zu überzeugen.

Erst als die Hausherren in der Schlussviertelstunde auf Manndeckung umstellten, um vor allem Schildhammer und Wieninger aus dem Spiel zu nehmen, und auch Markovic (zwei Tore) und Gal ins Spiel schmissen, kamen sie heran. Doch nicht näher als ein Tor (24:25, 51.), denn die Falken erwiesen sich als nervenstark — vor allem Schildhammer bei zwei Siebenmetern. Insgesamt erzielte der Rückraumspieler von seinen zehn Toren gleich vier vom Strafpunkt.

Außerdem ging dann auch Wagesreiter in den Angriff und traf gleich. Nico Weilguny machte den Sack zu.

Hard liefert Lehrspiel mit Unterhaltungswert

Als Belohnung gab es für die jungen Spieler am Sonntag das ÖHB-Cupspiel gegen den regierenden Meister Alpla HC Hard. Der hatte um diesen Termin nach ihrem Samstag-Spiel in Linz gebeten. Und so kamen die St. Pöltner Spieler und Fans in den Genuss, alle Stars der Vorarlberger bei der Arbeit zu erleben. „Das war eine Ehre und zeugt von Respekt, dass sie wirklich allen Einsatzzeit gegeben haben“, freute sich auch Falken-Obmann Kögl über das Staraufgebot der Gäste in St. Pölten.

Chance gab es so für die St. Pöltner natürlich keine, aber doch die Möglichkeit zu lernen. Wagesreiter schonte sich an der Seitenlinie, konzentrierte sich aufs Coaching. „Ich hab schon oft genug gegen die gespielt, jetzt sollen mal die Jungen ran“, meinte der Ex-Nationalteamspieler. Und traute seinen Augen nicht: Die führten nach acht Minuten doch glatt mit 6:4!

Danach hatte aber der Meistertrainer genug gesehen, ließ das Tempo erhöhen. „Die Stars haben gemerkt, dass es mit Halbgas auch gegen uns nicht geht“, lacht Kral. Bis zur Halbzeit hatten die Gäste aber das Match in ihrem Sinne gedreht — 9:17 lautete der logische Zwischenstand.

Und in dieser Tonart ging es weiter. Tore der St. Pöltner gelangen nur mehr aus sehenswerten Kombinationen, die aber für Jubelstürme auf den Tribünen gesorgt haben. „Viele unserer Jungfalken haben sich in die Torschützenliste eingetragen, wovon sie sicher noch länger träumen werden“, sieht Wagesreiter den Zweck des Spiels voll erfüllt.

„Jetzt wissen sie, was künftig noch alles auf sie wartet, und wofür sie schuften.“ Wermutstropfen: Verletzt liegen geblieben ist Markus Zupanac, der bereits an einem Seitenbandeinriss laboriert hat. „Erneut ist er mit einem Spieler von uns zusammengelaufen“, ärgert sich Kral über so viel Pech.