Erstellt am 02. August 2016, 05:20

von Manuel Burger

Thomas Schreiner: „Zeit in Spanien ist wie ein Traum“. Thomas Schreiner, 108-facher Nationalspieler, führt in der zweitbesten Basketballliga der Welt Regie.

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NÖN: Mit Andorra holten Sie in der ACB, erste spanische Liga, Rang 14 — zufrieden damit?
Thomas Schreiner: Wir haben gut begonnen, im letzten Spiel der Hinrunde die Qualifikation für den Copa del Rey, den spanischen Cup, aber knapp nicht geschafft. Die zweite Saisonhälfte lief weniger gut, deshalb sind wir nur 14. geworden. Ich habe 33 von 34 Saisonspielen bestritten.

Wie waren die zwei Jahre in der ACB?
Das war eine super Erfahrung, wie ein Traum. Du spielst gegen Real Madrid und Barcelona, gegen deine Vorbilder, die du aus dem Fernsehen und Internet kennst.

Sie leben seit vier Jahren in Spanien. Ihr Vertrag ist ausgelaufen, es gibt Angebote aus Spanien und Frankreich. Wie geht es Ihnen in Spanien und wohin geht die Reise?
Mir geht es gut! Mir gefällt das spanische Leben und ich würde gerne weiter hier bleiben. Andorra ist auch dran, sich in den nächsten Jahren noch weiter zu verbessern.

Wird in der Kabine englisch oder spanisch gesprochen?
Der Trainer redet nur spanisch, sein Assistent übersetzt auf Englisch, für alle, die kein Spanisch sprechen.

Wie gut sprechen Sie spanisch?
Ganz gut, ich kann mich verständigen.

Sie sind derzeit mit dem Nationalteam in St. Pölten, um sich auf die EM-Qualifikation vorzubereiten. Wie groß sind die Chancen Österreichs, wie schätzen Sie die Gegner ein?
Es wird sehr schwer, aber wir werden alles versuchen. Deutschland hat eine sehr gute Mannschaft, es sind immer besondere Spiele. Wir wollen die Sensation. Die Niederlande ist körperlich stark und auf Augenhöhe mit uns. Dänemark hat eine junge, talentierte Truppe, die wir nicht unterschätzen dürfen. Die Gruppenersten und die vier besten Gruppenzweiten steigen auf. Dafür müssen wir die Niederlande und Dänemark auf alle Fälle schlagen.

Wie lange sehen wir Sie noch im Nationalteam?
Ich schaue von Sommer zu Sommer und muss fit sein. Ich bin stolz, den österreichischen Adler tragen zu dürfen. Wenn wir die Qualifikation schaffen, spiele ich auf alle Fälle noch die EM im nächsten Jahr.

Was sagen Sie zu Jakob Pöltl, den ersten Österreicher in der NBA?
Das ist super. Ich freue mich für Jakob und hoffe, dass er verletzungsfrei bleibt und erfolgreich ist. Hoffentlich bleibt er nicht der einzige Österreicher, der den Sprung schafft.

Gibt es zu Ihrem Karriereausklang eine Rückkehr auf das Parkett in St. Pölten?
Das wäre ein Traumszenario, wenn es klappt, dass ich meine Karriere in St. Pölten beende. Vielleicht sogar mit einem Erfolg.