Erstellt am 23. Mai 2017, 05:19

von Claus Stumpfer

Kickinger holt sich Bronze. Böheimkirchnerin bei ihrem ersten Auslandseinsatz in der Erwachsenenklasse mit ihrer Stufenbarrenkür bei internationalem Großturnier in Russland gleich am Podest.

Erfolgreiche Premiere in St. Petersburg.Alina Schmoll, Selina Kickinger mit ihrem Pokal für Platz drei und Trainer Agnes Hodi.  |  NOEN, privat

Einer persönlichen Einladung an St. Pöltens Trainerurgestein Tamara Lukoyanova war es zu verdanken, dass eine Delegation des LZ St. Pölten zum 17. Dityatin-Cup nach St. Petersburg reisen konnte. Die Wahl fiel auf Selina Kickinger (Union Böheimkirchen) und Alina Schmoll (Union St. Pölten), die mit Trainerin Agnes Hodi, Delegationsleiterin und Kampfrichterin Martina Weinberger und Lukoyanova als Dolmetscherin den Antritt in der internationalen „Senior“-Klasse wagten.

„Das Ergebnis übertrifft die Erwartungen bei weitem, sowohl hinsichtlich des Auflebens der St. Pöltner Russland-Kontakte, als auch in sportlicher Hinsicht“, freut sich Weinberger. Denn obwohl beide Turnerinnen nicht perfekt vorbereitet an den Start gehen konnten — Schmoll laboriert nach wie vor an ihrer Schulterverletzung, die ihre Stufenbarrenkür international nicht konkurrenzfähig macht und Kickinger hatte durch eine Knöchelverletzung und eine Erkältung im Vorfeld wochenlang kaum Balken und Boden trainieren können — sind beide zur Überraschung aller am ersten Wettkampftag an allen Geräten außer dem Sprung ins Geräte-Finale gekommen. Kickinger musste zwar insgesamt vier Stürze in Kauf nehmen — „die allesamt auf ihren noch rekonvaleszenten Knöchel gehen“, wie Hodi anmerkt —, erreichte jedoch auf ihrem Paradegerät Stufenbarren sogar die zweithöchste Punktwertung des Tages. Schmoll turnte sturzfrei und konnte ihr derzeit mögliches Maximum präsentieren, was ihr Rang sechs im Mehrkampf einbrachte.

Am Finaltag zeigten sich die Strapazen des Vortags, dennoch konnte Kickinger ihre Stufenbarrenkür erneut erfolgreich präsentieren und sich hinter zwei Russinnen Bronze sichern.

„Eine absolut tolle Leistung der beiden Mädchen“, war Hodi rundum zufrieden, da auch für sie ihr leistungsvermögen gegen Athletinnen von Turnnationen wie Russland, Kazachstan, Usbekistan, Polen, Weißrussland und Norwegen schwer einzuschätzen waren. Ihr Resümee: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken und werden weiter an der Stabilisierung der Übungen arbeiten.“

Auch das Rahmenprogramm des Veranstalters Dynamo Moskau begeisterte. So wurden die Delegationen aus insgesamt 14 Ländern fünf Tage lang perfekt versorgt und mit einem beeindruckenden touristischen Rahmenprogramm verwöhnt. Andrey Zudin, Präsident von Dynamo Moskau, wie auch der 3-fache Olympiasieger Aleksandr Dityatin höchstpersönlich freuten sich über die charmanten Gäste aus NÖ und erneuerten die persönliche Einladung für 2018. Die in Stuttgart lebende Trainerlegende Anatoli Jarmovski, der bereits Dityatin (1980) aber auch den deutschen Marcel Nguyen (2012) zu Olympischem Gold führte, bescheinigte den NÖ Mädchen großes Talent.