Pyhra

Erstellt am 30. August 2016, 02:18

von Claus Stumpfer

Der Senior lief heiß. Pyhras Gottfried Kogler feierte sein Comeback bei der Niederbayernrallye, die zur Hitzeschlacht wurde — Gesamtrang 15!

Bei Extremhitze taute Gottfried Kogler aus Pyhra bei der Niederbayernrallye in seinem Mitsubishi Evo richtig auf.  |  NOEN, Unior-Team

Einmal im Jahr greift Unior-Teamchef Gottfried Kogler aus Pyhra selbst ins Lenkrad von einem seiner Rennautos. Da Sohn Michael bei der Niederbayernrallye im Raum Außernzell mit dem Citroen DS3 in der ARC-Wertung an den Start gehen musste, um seine dortige Führung zu verteidigen, nützte auch Rennlegende Gottfried die Möglichkeit, den teameigenen Mitsubishi Evo VIII (den sonst Peter Schöller pilotiert) zu bewegen.

Bei brütender Hitze, Außentemperatur 32 Grad, mussten die beiden Unior-Piloten die zehn Sonderprüfungen bei Saunatemperaturen ausharren. „Gefühlt hatte es 60 Grad in den Autos“, stöhnte „Rennopa“ Gottfried, der seine Startentscheidung deshalb schon auch mal verfluchte.

Michael konnte zwar nicht mit den drei bärenstarken deutschen Porschepiloten mithalten, aber durch seine extrem beherzte Fahrweise war er ab dem Start der ersten Sonderprüfung unter den ersten fünf Platzierten zu finden.

Der Citroen-Pilot wollte sich damit jedoch nicht zufrieden geben und setzte auf der letzten Sonderprüfung nochmals alles auf eine Karte, mit dem Erfolg, dass er mit 180 km/h von der Strecke flog. Glücklicherweise aber über eine Böschung in eine angrenzende Wiese schlitternd, das Gröbste verhindern konnte. Mit einem Rückstand von 50 Sekunden kam er ins Ziel — Gesamtrang acht und der schon gewohnte Klassensieg, der alle Chance auf die Gesamtführung in der Austrian-Rallye-Challenge gibt.

Der Vater brauchte zwar einige Sonderprüfungen, um sich ans Arbeitsgerät zu gewöhnen, konnte sich dann aber von Sonderprüfung zu Sonderprüfung steigern. Auch er rutschte zwar einmal kurz von der Strecke, büßte dabei aber nur neun Sekunden ein.

Ein Klassensieg in seiner Kategorie und der beachtliche 15. Gesamtrang von 70 Gestarteten zauberte ein Lächeln auch ins Gesicht seiner Co-Pilotin Jenny Hofstädter.

Trotz des Erfolgs bleibt Gottfried Kogler aber dabei, nur einmal im Jahr selbst zu fahren: „Als Unior-Teamchef ist es mir wichtiger, mich um den Erfolg meines Sohnes zu kümmern!“

Der nächste Rallyeeinsatz für Michael Kogler steht bereits in zwei Wochen mit dem Mitropacup und Alpe-Adria-Lauf im slowenischen Nova Gorica an. „Falls Michael durchkommt, dürfte ihm der Gesamtsieg im Alpe-Adria-Cup kaum mehr zu nehmen sein“, weiß der Teamchef.