Erstellt am 15. Dezember 2015, 06:43

von Claus Stumpfer

Ideale Bedingungen vor dem Saisonstart. In heimischen Gefilden konnten heuer Wieseneder und Co wichtige Trainingseinheiten absolvieren.

Auf Thomas Wieseneder lastet heuer wieder der ganze Druck beim SCU Frankenfels, da Jungstar Dominic Haider ausfällt.  |  NOEN, privat
Die Skisaison für die heimischen Cracks begann heuer aufgrund des frühen Wintereinbruches in den Bergen etwas früher. Trotz Warmwetterfront fanden die Fahrer des SCU Frankenfels am Hochkar dank niedriger Nachttemperaturen schon perfekte, eisige Trainingsbedingungen vor. „Somit haben wir uns zuletzt aufwendige Gletschertrainings erspart“, freut sich SCU-Mannschaftsführer Thomas Wieseneder.

Der Sport- und Englisch-Lehrer in Kirchberg trainiert mit der Elite und hofft, die Masters-Rennläufer zu alter Stärke zu führen. Dazu hat „Wisi“ auch eine Trainingsgruppe aus der Landesaustellungs-Region gebildet. Neben dem SCU trainierten noch die Fahrer St Georgens, Puchenstubens sowie vom SC Nordwald unter Anleitung des ehemaligen ÖSV-Kaderfahrers Martin Auer. „Ein solch professionelles Riesentorlauftarining hatten wir noch nie“, ist Wieseneder überzeugt.

SCU-Sektionsleiter Leopold Wutzl hatte als Beobachter allerdings bereits die ersten Sorgenfalten auf der Stirn. Der Shootingstar seines Vereins, Dominic Haider, im Vorjahr mit einer Spitzensaison unterwegs und auch NÖN-Bezirkssportler, fällt heuer für die gesamte Saison aus. Er wurde als Zeitsoldat für ein Jahr in den Libanon entsendet. „Unser Vereinsmeister wird in dieser Saison wohl nur zu Kurzeinsätzen kommen, wenn er auf Heimaturlaub ist“, stöhnt Wutzl.

Wieseneder soll Kohlen aus Feuer holen

Somit muss Routinier Thomas Wieseneder für die Frankenfelser wieder die Leaderrolle übernehmen, was aber angesichts einiger Trainingsbestzeiten kein Problem darzustellen scheint. „Der Druck von der Jugend ist etwas kleiner geworden“, lacht Wieseneder, da sich bei einem mit ÖSV-Fahrern besetzten Trainingsrennen auch Reinhard und Manfred Gnadenberger, Franz Gonaus (der Frankenfelser fährt für Puchenstuben) und Stefan Haumer (Nordwald) in ausgezeichneter Form präsentierten.

Nachdem Thomas Wieseneder im Vorjahr zwar etliche Top-10-Plätze aber für seine Ansprüche zu wenige Top-3-Resultate zustande brachte, hofft er nun auf Vorteile durch eine Regeländerung. „Ich profitiere vom Umstieg auf die RTL-Ski mit 30 Meter Radius“, sieht er aber auch, dass einige Gegner weiterhin auf Skier mit 27 Meter Radius setzen. „Bis zum ersten Rennen wird aber bei allen noch puncto optimaler Materialwahl herumgetüftelt“, weiß der Mastersfahrer.

An seine alte Form herantasten muss sich noch Manfred Bertl, der nach seinem Achillessehnenriss im Vorjahr heuer wieder einsteigen will.

„Für unsere jungen Fahrer Stefan Wutzl, Dominik Wieland und Co gilt es heuer die Leistungen der Vorsaison zu bestätigen“, hofft Wutzl auf einen weiteren Schritt in Richtung Spitze von seinen Youngsters. Die Union--Bundesmeister in der Mannschaft (Wieseneder mit Lisa Seper und Reinhard Gnadenberger) wollen sie dabei unterstützen.

Highlights der Saison sind aus regionaler Sicht wieder die ÖSV-Rennen der ARS-Rennserie in Lackenhof Anfang Februar, die mit ehemaligen Weltcuprennläufern zu den am stärksten besetzten Amateurrennen Österreichs zählen.