Erstellt am 31. Mai 2016, 05:04

von Wolfgang Wallner

Sprintraketen zünden in St. Pölten. Über 100 und 200 Meter purzelten die Rekorde. US-Boy Arthur Delaney markiert neue Meeting-Bestmarke.

Den jüngsten Siegerin beim NÖN-Kids-Run gratulierten im Sportzenrum.NÖ Landesrätin Petra Bohuslav und ÖLV-Boss Ralph Vallon.  |  NOEN, Wallner

Nach zwei Jahren Absenz war Beate Schrott wieder in ihrem „Wohnzimmer“ am Start. Doch das St. Pöltner Hürden-Aushängeschild musste sich über die 100 Meter Hürden in 13,42 Sekunden mit Rang drei begnügen. „Die Zeit muss ich ignorieren“, verweist Schrott auf die intensiven Trainingswochen, die hinter ihr liegen.

„In einem Monat schaut‘s ganz anders aus, wenn Beate ihre Spritzigkeit wiederfindet“, glaubt Meeting-Direktor Gottfried Lammerhuber. Der auch ohne Heimsieg auf ein rundum gelungenes Liese-Prokop-Memorial zurückblicken kann.

„Vor allem in den Sprintbewerben hat‘s absolute Topleistungen gegeben, diese Sparte ist unser Ass im Ärmel“, weiß Lammerhuber. Juniorenweltrekordlerin Ewa Swodoba lieferte sich über 100 Meter ein packendes Fotofinish mit Carina Horn.

11,18 Sekunden sind „eine absolute Weltklassezeit für eine erst 18-Jährige“, analysiert Lammerhuber, „von ihr werden wir noch viel hören.“ Lokalmatadorin Viola Kleiser musste nach dem Aufwärmen w.o. geben: „Ich hatte Schmerzen im Oberschenkel, wollte kein Risiko eingehen.“

Aufregung rund um Bendrat-Fehlstart

Bei den Männern markierte Arthur Delaney (USA) eine neue Meetingbestzeit über 100 Meter. Eine positive Überraschung war der Mödlinger Markus Fuchs, der nur um vier Hundertstelsekunden am EM-Limit scheint.

„Endlich hat Österreich wieder einen Sprinter der Europaklasse“, freut sich Lammerhuber. Und hofft, dass Fuchs‘ Nachfolger aus den St. Pöltner Union-Reihen kommt. Daijehan Nichols-Bardi lieferte in 11,12 Sekunden über 100 Meter eine neuerliche Talentprobe ab. „Für einen Burschen, der erst 15 Jahre alt ist, eine gewaltige Zeit!“

Freilich hatte das Meeting auch einen Aufreger in petto. Im Mittelpunkt: Stephanie Bendrat. Das Wettkampfgericht sah einen Fehlstart der Neo-Österreicherin. Die durfte über Lammerhubers Intervention doch noch im B-Finale starten, lief 13,11 über 100 Meter Hürden!