Wilhelmsburg

Erstellt am 26. Juli 2016, 05:34

von Claus Stumpfer

Titelverteidiger mit „Bock“ auf mehr. Bock sichert sich Hauptlauf-Sieg bei den Herren. Bei den Damen triumphiert St. Pöltnerin Pointner.

Marius Bock (l.), Sabine Pointner, Birgit Huemer und Billy Stöckl trotzten der Hitze und kletterten über 10 Kilometer aufs Podest.  |  Stumpfer

Fast 600 Läufer aller Altersklassen gingen bei der neunten Auflage des Wilhelmsburger Stadtlaufs an den Start. „Um 80 weniger als im Vorjahr, aber bei dieser Gluthitze ist das nicht verwunderlich“, musste der Erfinder des Events, Günther Dörflinger, erstmals einen leichten Rückgang der Teilnehmerzahl hinnehmen. Trotzdem bleibt Wilhelmsburg im Hochsommer der Laufevent Nummer eins in Niederösterreich. Und so hat auch Vorjahressieger Marius Bock extra für diesen Lauf seine Sommerpause etwas nach hinten verschoben. „Die Stimmung hier ist großartig“, lobt er den Event, bei dem, dank des Parkfests, die Strecke auch heuer wieder von hunderten Zuschauern gesäumt war.
Den Hauptlauf gewann Bock dann vor Lokalmatador Andreas „Billy“ Stöckl. Mit seiner Zeit von 34:16 Minuten blieb Bock aber doch eine Minute hinter der Vorjahreszeit und dafür nannte der Sieger zwei Gründe: „Erstens war heuer der Glockner-Lauf unmittelbar vor diesem Rennen und am Mittwoch habe ich mit dem Rad noch einen Abstecher aufs Kitzbüheler Horn gemacht“, trainiert er nämlich bereits für den Duathlon im Herbst erneut am Großglockner. „Ich hatte im Vorjahr gleich nach dem Sieg in Wilhelmsburg eine Fußverletzung und da traf es sich gut, dass ich zum 40. Geburtstag ein Fahrrad bekommen hatte“, wechselte er zum Trainieren aufs Rad und bekam Appetit auf einen Duathlon-Start.


Hitze macht auch Pointner zu schaffen

Aber die Hauptursache dafür, dass er beim Stadtlauf bereits in der dritten von vier Runden etwas das Tempo herausnehmen musste, war die große Hitze. „In den engen Gassen stand die Luft“, erinnert sich Bock, dass es imVorjahr zwar ebenfalls heiß war, aber bewölkt. Für den zweitplatzierten Stöckl war die Hitze kein Problem, er liebt dieses Wetter. Mit einer Zeit von 35:10 konnte der M-40-Läufer den Rückstand auch in Grenzen halten und er darf sich als bester Wilhelmsburger Stadtmeister nennen.
Bei den Damen siegte die St. Pöltnerin Sabine Pointner vor der Ober-Grafendorferin Birgit Huemer, die für den Triathlonverein ihrer Stadt startet. Pointner ist vereinslos, trainiert aber jeden Mittwoch im Sportzentrum NÖ mit der Zugriegl-Gruppe. „Ich trainiere, wann ich Zeit habe“, meint die Überraschungssiegerin, die die Favoritinnen vom LC Mank hinter sich ließ.

Im Sportzentrum NÖ ist am Mittwoch auch Jedermann-Sieger (5 km) Thomas Unterhuber aus Neulengbach oft anzutreffen. Er siegte in 16:43 Minuten, und war zufrieden, obwohl auch er hinter seinem Streckenrekord aus dem Vorjahr zurückblieb. „Hitzerennen sind nicht wirklich mein Ding“, erklärt er. Schnellste Dame auf der kurzen Strecke war Anita Hollaus (19:58 Minuten) vom LC Mank.

Vor den Großen gingen Knirpse, Kinder und Jugendliche auf die Strecke – 172 kleine Laufstars sorgten für frenetischen Jubel im Stadtpark und bewiesen trotz Hitze viel Enthusiasmus. Auffällig stark präsentierten sich die drei Kinder von Wilhelmsburgs Fußball-Co-Trainer Manuel Prochaska und die zwei Rothwangl-Kids. „Sie haben Schrott-Blut in ihren Adern“, war der Nachwuchsleiter des SV Würth Böheimkirchen nicht überrascht. Die Cousine seiner Frau ist nämlich Leichtathletin Beate Schrott.
Im Rahmen der stimmungsvollen Siegerehrung wurden überdies die schnellsten Teams sowie die Wilhelmsburger Stadtmeister gekürt. Im Anschluss wurde gefeiert und die Vorfreude auf die Jubiläumsausgabe des Wilhelmsburger Stadtlaufes am 29. Juli 2017 war bereits spürbar.