Erstellt am 12. April 2016, 05:34

von Claus Stumpfer

Zen Tai überragend, aber Pyhra holt auf. Sebastian Schuster war mit sechs Goldenen erfolgreichster Athlet der Landesmeisterschaften, dicht gefolgt von Chris Scheuch.

SONY DSC  |  NOEN, zVg

Als der UKC Ku Shin Kai Purkersdorf im Jahr 2013 erstmals als Organisator einer Landesmeisterschaft auftrat, lagen bei den Verantwortlichen noch die Nerven blank. Drei Jahre später agierten Maria Sturmlechner, Martin Kastner und Co bereits wie Profis. Zur 36. Auflage der NÖ Titelkämpfe entsandten 15 Vereine etwa 350 Sportler, um in 63 Kategorien verschiedenster Alters- und Leistungskategorien die Besten zu ermitteln. Dabei ging der UKC Zen Tai Ryu HAK St. Pölten mit 30 Siegen als bester Verein hervor, gefolgt von Sportunion Mugendo Pyhra (10 Siege).

Der St. Pöltner Vorzeigeverein gewann acht Team-Titel und stellte mit Sebastian Schuster (4 Einzel- und 2 Teamsiege) und Kristin Wieninger (3 Einzel- und zwei Teamsiege) die erfolgreichsten Sportler. Weitere Sieger vom Landeshauptstadt-Klub: Andrea, Lorena und Luana Bucher aus Traismauer, Isra und Funda Celo aus Neulengbach, Victoria Ott aus Prinzersdorf, Michael Kompek aus Langenlois, Daniel Fiala, Patricia Bahledova und Katharina Wecht aus St. Pölten, Jan und Nadine Krämer aus Krummnußbaum.

Wesentlich überraschender als die Erfolge von Zen Tai waren aber jene von Mugendo Pyhra. In nur drei Jahren mauserte sich der Verein zu einem der erfolgreichsten des Landes. „An Mitgliederzahl zwar noch sehr klein, gehören wir, gemessen an den Erfolgen aber mittlerweile zu den Größten“, freut sich Trainerin Tatjana Schulte.

Mit nur 13 aktiv teilnehmenden Athleten, wozu auch die zwei Trainerinnen und ein mutiger Papa zählten, gelang es, von fünfzehn genannten Vereinen im Ergebnisranking des Medaillenspiegels Rang zwei zu belegen. Der erfolgreichste Sportler des Vereins war an diesem Meisterschaftstag der 11-jährige Christoph Scheuch, der sich mit fünfmal Gold und zweimal Silber im persönlichen Medaillenspiegel nur seinem Vorbild Sebastian Schuster (sechsmal Gold) geschlagen geben musste. Selbst Idol Kristin Wieninger (fünfmal Gold, einmal Silber) blieb diesbezüglich zurück.

„Aber da sind einige Namen aus unserem Verein, die man sich für die Karatezukunft Österreichs merken sollte“, istSchulte überzeugt. Einige ihrer Schützlinge haben bereits die Möglichkeit Zusatztrainings im Programm des Karate-Leistungszentrums NÖ in Anspruch zu nehmen, was gerne angenommen wird.

Im Rahmen der Meisterschaft gab es auch einen Demo-Bewerb Rollstuhl-Karate mit dem Wiener WM-Teilnehmer Franz Eichinger, der Österreich bei der WM in Linz vertreten wird. Die Bedeutung der Meisterschaft wurde dadurch unterstrichen, dass Ewald Roth, Cheforganisator der diesjährigen Heim-WM, als Kampfrichter fungierte und Referees aus mehreren Bundesländern im Einsatz waren, darunter der in Wien lebende japanische Großmeister Masataka Ohshita.