Erstellt am 22. September 2015, 05:32

von Wolfgang Stritzl

Wördern jagt Zeiselmauer. Zeiselmauer besiegte Titelanwärter Rust zu Null. Der schärfste Verfolger Wördern fertigte Stetten mit 9:3 ab.

Hier vergibt Rusts Legionär Tamas Szalai (rechts) kurz vor der Pause eine gute Möglichkeit. Zeiselmauer (im Bild: Doppeltorschütze Selmir Trembincevic ) feierte einen verdienten Derbysieg.  |  NOEN, Wolfgang Stritzl

ZEISELMAUER – RUST 3:0. Das Ergebnis täuscht ein wenig. Ja, der Tabellenführer hat sich den Derbysieg verdient. Der Schlager der Runde, der sich auf dem schwer zu spielenden, weil holprigen Terrain fußballerisch auf keinem hohen Niveau bewegte, hätte aber auch anders ausgehen können. Matchwinner war SVZ-Tormann Raphael Kogler. Vor der Pause drehte er einen von Andreas Sneditz abgefälschten Schuss, der immer länger wurde, gerade noch zur Ecke. In der zweiten Hälfte wehrte Kogler einen gefährlich angetragenen Knoflach-Freistoß aus halbrechts – ein Mittelding aus Schuss und Vorlage – mit den Fingerspitzen an die Innenstange, von wo der Ball zurück in seine Hände sprang (64.) – das hätte das 1:1 sein können.

Die Führung (Selmir Trembincevic traf nach Stanglpass von Thomas Krousky) war etwas umstritten. „Es ist ein Foul an Andreas Sneditz voraus gegangen – eine schwere Fehlentscheidung“, befand Rust-Trainer Peter Knotek. Er war aber ein fairer Verlierer: „Zeiselmauer war viel kompakter, die spielen es ganz abgeklärt und haben auch verdient gewonnen.“

Sneditz, der wegen der Personalknappheit aushalf, ohne trainiert zu haben, reklamierte so heftig, dass er vom Schiri wegen Kritik ausgeschlossen wurde – Rust war mehr als eine Halbzeit in Unterzahl!

Der starke Dejan Jarkovacki legte Rahmer Hebilji die Topchance aufs 2:0 vor (70.), das zehn Minuten vor Schluss doch noch fiel. Jarkovacki nahm sich ein Herz und traf mit einem Tausendguldenschuss exakt ins Kreuzeck – ein Traumtor. Das 3:0 war nur noch Draufgabe.

Knotek: „Ohne Training geht es auch in der 2. Klasse nicht. Wir müssen von Woche zu Woche schauen, dass wir die Spieler fit bekommen.“

Der Jubel im Lager des SVZ war riesengroß. „Es war vielleicht nicht der schönste Fußball, aber darauf kommt es nicht an. Es war eine taktische Meisterleistung von uns!“, lobte Trainer Karl-Heinz Grüneis. Er hat die erste von drei zu „Spielen des Jahres“ hochstilisierten Partien gewonnen. Die nächsten stehen unmittelbar bevor: erst Stetteldorf, dann das bereits jetzt mit Spannung erwartete Derby gegen St. Andrä-Wördern.

STETTEN - ST. ANDRÄ-WÖRDERN 3:9. Es dauerte bis zur 27. Minute – aber auch schon zuvor hatten die Gäste hervorragend kombiniert – bis die Torlawine los getreten wurde. Der kleinste Mann am Platz (Raphael Barath) köpfelte das 0:1.

„Wir sind dann aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus gekommen“, brachte es sportlicher Leiter Robert Fink auf den Punkt. Die drei Gegentreffer fallen unter die Rubrik „Schlampigkeit in unserer Euphorie“. Das Tor des Tages erzielte Markus Damböck mit einem Schuss aus gut 30 Metern ins Kreuzeck (0:2).

Gleich sieben Torschützen zeugen von der mannschaftlichen Geschlossenheit.

TULBING – PURKERSDORF 7:0. Auch Tulbing mutiert zur Torfabrik. Nach acht Toren in der Vorwoche schoss der SKT gegen Purkersdorf sieben. Und das, obwohl sich weder Slavan Plisnic, noch sein Sturmkollege Ivica Peric (ließ nach der Pause Adem Gorovic den Elfmeter schießen, dieser scheiterte an Tormann Balija) in die Schützenliste eintrug.

Mann des Tages war Daniel Köpf, der in einer Viertelstunde einen lupenreinen Hattrick erzielte. Zur Pause führten die Hausherren mit 5:0 – die zweite Halbzeit glich nur noch einem Auslaufen. Zum lockeren Runden Laufen wurde der erst spät von der Arbeit gekommene Benjamin Gabriel geschickt – das Spiel war viel zu eindeutig … So kam Bernhard Matern zu seinem Kampfmannschafts-Debüt.

Bezeichnend: Der FC Purkersdorf, der keine Reservemannschaft stellt, hatte nur drei Ersatzspieler – sie alle wurden zur Pause eingewechselt. „Der Gegner war sehr defensiv aufgestellt. Wir haben von Beginn an Druck gemacht und in der ersten Halbzeit unsere Chancen auch genützt. Die Burschen haben brav gespielt“, lobte Trainer Alain Hoxha.

WÜRNITZ – KÖNIGSTETTEN 0:1. Dass Christoph Chladek seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld führt, ist nichts Ungewöhnliches. Dass er dabei das Tormann-Trikot trägt, aber schon. Weil der verletzte Almir Cejvanovic noch zwei Wochen ausfallen wird und Holger Hüffel auf New York-Reise ist, war Improvisieren angesagt. „Christoph hat im Nachwuchs und später auch in der Reserve im Tor gespielt, ganz neu war es für ihn also nicht“, so Trainer Roland Schattner.

Nicht nur deshalb fuhr er ein Notprogramm. Roman Buksalewicz und Benedikt Zusczik waren verletzt, Mathias Szuchony beruflich verhindert. Darum behielt Königstetten die Defensiv-Maßnahmen vom vorwöchigen Heimspiel gegen Tabellenführer Zeiselmauer bei: mit verdecktem Libero hinter einer dicht gestaffelten Abwehr. „Wir haben auf Sicherheit gespielt“, so Schattner.

In seinem zweiten Spiel als SVVK-Coach jubelte er über seinen ersten Sieg. Zuvor hatte es (bei einem X in Neuaigen) vier Niederlagen mit jeweils nur einem Tor Unterschied gesetzt. Jetzt behielt Königstetten mit dem knappsten Ergebnis die Oberhand. Das Goldtor erzielte Aldin Osmanovic: Würnitz konnte einen Corner von Markus Grubeck nur kurz abwehren, und Osmanovic traf mit seinem schwächeren linken Fuß zum 0:1.

„Kämpferisch war es eine gute Leistung von uns. Die Hintermannschaft hat sich taktisch sehr gut verhalten. Und im Konter hätten wir höher siegen können.“ Denn die Gäste waren dem zweiten Tor näher als Würnitz dem Ausgleich. Der zum Tormann umfunktionierte Feldspieler Chladek zeichnete sich in der ersten Halbzeit bei einem Flachschuss aus und spielte hervorragend mit. Am Samstag gegen Russbach wird wieder Hüffel das Tor hüten.

NEUAIGEN - WIESENDORF 1:2. Er kam, sah und siegte. Comebacker Michael Fournier hielt den Wiesendorfer Sieg fest. Vor der Pause – Neuaigen spielte mit dem Wind im Rücken – war er Turm in der Schlacht und rettete seiner Mannschaft die Null. „Das Chancenverhältnis war 8:1 für uns, Fournier hat ganz hervorragend gehalten“, weiß Neuaigen-Trainer Manfred Stirner.

Gleich nach der Pause gingen die Gäste durch Tomas Varga in Führung. Nach Elferfoul von Libero Philipp Graf an Marko Petrovic glich Davor Hrkac aus. Neuaigen nahm Risiko – und kassierte das 1:2. Stefan Hok traf genau ins Eck.

Der SV Neuaigen wartet seit 19 Meisterschaftsspielen auf einen Sieg …