Erstellt am 05. April 2016, 14:49

von Wolfgang Stritzl

Der erste Schritt zur Titelverteidigung. Die Bundesliga-Damen feierten gegen Eggenburg einen überzeugenden Sieg. Herren verlangten dem Ersten alles ab.

 |  NOEN, NÖN

BUNDESLIGA FRAUEN: TULLN - EGGENBURG 26:21. Tullns Handballerinnen starteten ausgezeichnet ins Meister-Play-Off. Mit Eggenburg wurde der wohl schärfste Konkurrent im Titelkampf mit 26:21 klar in die Schranken gewiesen.

Bitter: Bereits in der Anfangsphase schied Kreisläuferin Viktoria Forster mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus. Ins Spiel kam Tullns zweite Viktoria, Viki Hopfeld. Die Verlegenheitslösung am Kreis – Michalea Fischer hatte sich im Training an der Schulter verletzt und fiel aus – erwies sich als echter Glücksgriff. Die 19-Jährige machte ein tolles Spiel und warf so viele Tore wie noch nie in der Bundesliga (fünf).

Die Vorentscheidung fiel kurz nach der Pause. Selina Zeh brach durch und erzielte im Gegenstoß das 17:13 – der misslungene Foulversuch von Petra Datler wurde mit Rot geahndet. Im folgenden Überzahlspiel zog Tulln auf 19:14 davon. Der Fünf-Tore-Vorsprung wurde bis zum Schlusspfiff gehalten.

Trainer Zeljo Gasperov forderte bis zum Schluss volles Tempo: „Bewegung! Schneller! Geh zum Tor und wirf!“, peitschte er seine Schützlinge mit bereits heiserer Stimme erfolgreich nach vorne.

LANDESLIGA HERREN: TULLN – KORNEUBURG 28:31. Tulln verlangte dem überlegenen Tabellenführer alles ab, konnte Korneuburg zumindest ärgern. Ein Punkt war möglich. Drei Minuten vor Schluss verkürzte Georg Pferschinger auf Minus-eins (27:28), Korneuburg scheiterte im nächsten Angriff, und Tulln hatte die große Ausgleichschance: Ralf Schneider holte Siebenmeter samt Zwei-Minuten-Strafe (für Leonard Schafler) heraus, Pferschinger schritt zum Punkt – und scheiterte an Sebastian Schöbinger! Es war Tullns zweiter vergebener Siebenmeter …

Auf der Gegenseite stellte Korneuburg in Unterzahl auf 27:30 – die Entscheidung.

Nach dem Schlusspfiff gab es bei Tulln nur hängende Gesichter – so knapp war der Außenseiter an einem Erfolg dran gewesen. „Zwei Siebener vergeben, fünf Mal die Stange getroffen, drei dumme Verteidigungsfehler – andernfalls hätten wir das Spiel eingesackt“, fasste Trainer Jörg Sibral zusammen. „Der Gegner hat nicht mehr gewusst, was er machen soll. Es tut mir leid für die Mannschaft, sie hätte sich mehr verdient!“

Im Tor feierte Mario Vizvary sein Comeback – nach Johann Schmölz (einmal mehr überragender Mann am Platz und gemeinsam mit dem Ex-Tullner Bernhard Pummer Topscorer) der zweite Heimkehrer aus glorreichen HLA-Zeiten!