Erstellt am 12. April 2017, 05:45

von Wolfgang Stritzl

Eine Ära geht zu Ende. Danke für großartige Jahre: Beate Vizvary und Michaela Fischer beenden mit Saisonende ihre aktive Karriere. Die Damen-Mannschaft verliert zwei ihrer wertvollsten Spielerinnen.

Zwei Große treten ab. Michaela Fischer und Beate Vizvary (v.l.) wurden von Obmann Bernd Zeh in die wohl verdiente Handball-Pension verabschiedet.  |  NOEN, privat

Emotionale Momente und Standing Ovations beim Heimspiel der Tullner Bundesliga-Damen gegen Eggenburg. Zwei äußerst verdienstvolle Spielerinnen beenden ihre Karriere. Beate Vizvary und Michaela Fischer wurden von Obmann Bernd Zeh gebührend verabschiedet.

Abwehrchefin Beate Vizvary ist das Herz der Mannschaft und was Ehrgeiz und Einstellung betrifft ein leuchtendes Vorbild für die Jugend. Sie ist die „Grande Dame“ des Tullner Handballsports, die vor einem Jahr gerne ein weiteres Kapitel in der WHA aufgeschlagen und auch mit über 30 alle Strapazen auf sich genommen hätte, um sich noch einmal mit den Besten der Besten messen zu dürfen.

Das Handball-Ein-mal-Eins erlernte sie nach Tulln an der besten Adresse, die Handball-Österreich zu bieten hat: bei Hypo Niederösterreich. Auf ihre Empfehlung stieß Trainer Ferenc Kovacs zu den Südstädterinnen. Sein Wort hat Gewicht. Nicht aus Verbundenheit, sondern aus tiefster Überzeugung streut er seinem ehemaligen Schützling Rosen: „Beate ist eine sehr kluge Spielerin, sie macht keinen technischen Fehler. Sie hätte es ins Nationalteam geschafft.“ Damit meint er das A-Team, denn in der Jugend hat sie für Österreich gespielt. Beate Vizvary beendet mit Saisonende zwar ihre aktive Karriere, wird der Tullner Handball-Familie aber nicht verloren gehen. Als Mutter zweier Handball spielender Burschen (Alex und Luca) und Lebensgefährtin von Hans Schmölz, dem Spielmacher der Herren-Mannschaft, wird sie das Geschehen fortan von der Zuschauertribüne aus verfolgen. Aber nicht nur von dort: Ihr großes Know-How bringt sie als Jugendtrainerin ein!

Warum die Krankenschwester, die im Juli ihren 35. Geburtstag feiern wird, ihre Karriere beendet? „Weil ich die älteste Spielerin bin und diverse körperliche Beschwerden habe.“

Nationalteameinsätze in der Jugend, langjährige Stütze in der WHA, nach einigen Auf- und Abstiegen Bundesliga-Meister 2014/15, NÖ-Landesmeistertitel 2015/16, Titel im Beachhandball – das alles hat auch Michaela Fischer gewonnen. Auch die Kreisläuferin prägte die letzten eineinhalb Jahrzehnte den Tullner Damen-Handball. Die 32-Jährige, die in Österreichs Polizei-Nationalteam ihre Frau steht, war nicht nur erfolgreich, sondern auch beliebt. Gleich zwei Mal wurde sie zur NÖN-Sportlerin des Jahres gewählt (2004, 2010). Sie tritt aus ähnlichen Gründen wie Beate Vizvary von der Handball-Bühne ab: „Ich bin die zweitälteste Spielerin und am Knie verletzt.“