Erstellt am 24. August 2016, 04:54

von Bettina Kulmer

Geschwisterkrimi bei EM. Sabine und Kathrin Ortlieb lieferten sich bei der Heim-EM in Krems ein Kopf-an-Kopf-Rennen am Wasserski. Sabine holte mit zwei Punkten Vorsprung Gold vor Kathrin.

Großer Jubel. Höchst erfolgreich verlief die Heim-EM in Krems für die Tullner Delegation des Wasserskiclubs.  |  NÖN, privat

Das Talent und die Leidenschaft für das Wasserski-Racing liegt in der Tullner Familie Ortlieb im Blut – allen voran den Schwestern Sabine und Kathrin.

Bei der Heim-EM in Krems starteten die beiden in der Klasse Ladies F1 (bis 1600 PS) als Favoritinnen. Rund 60 Teams aus ganz Europa bestritten vier Wettbewerbe innerhalb von acht Tagen. Die besten drei zählten zur Gesamtwertung.

Insgesamt gingen zehn Tullner in den verschiedensten Klassen an den Start, doch die Ortlieb-Sisters sorgten für die größte Spannung. Beiden war der EM-Titel zuzutrauen.

Pech für Haselsteiner: Aus nach Motorschaden

Der Krimi begann zugunsten der jüngeren Schwester Sabine, die sich den ersten Sieg und damit 1000 Punkte sicherte. Kathrin folgte knapp dahinter mit fünf Punkten Rückstand. Der dritte Platz ging an die Australierin Chelsea Blight, die außer Wertung startete.

Beim zweiten Rennen setzten sich die Geschwister von Beginn weg an die Spitze und lieferten sich bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Diesmal zog Sabine den Kürzeren und musste ihrer Schwester mit drei Punkten Rückstand den Vortritt lassen. WSC-Tulln-Kollegin Katharina Haselsteiner hatte wegen eines Motorschadens bereits vor dem Start aufgeben müssen und konnte die restlichen Rennen nicht bestreiten.

Der dritte Wettkampftag stand zunächst wieder im Zeichen von Sabine Ortlieb. Wegen eines Magen-Darm-Viruses geschwächt, ging es Kathrin ruhiger an. Doch plötzlich die Wende: Sabine, die von Anfang an in Führung gelegen war, musste aufgrund eines Motorschadens plötzlich anhalten. Das Rennen war gelaufen, die 1000 Punkte gingen an Kathrin.

Erst der letzte Lauf brachte Entscheidung

Damit stand fest: Der letzte Lauf musste die Entscheidung bringen. Kathrin hatte mit 2995 Punkten eine gute Ausgangslage. Sabine musste gewinnen und noch dazu vier Punkte vor ihrer Schwester ins Ziel kommen. Kathrin genügte ein zweiter Platz für den EM-Titel.

Doch das Glück ist ein Vogerl und diesmal erwischte es Kathrins Boot. Bei Geschwindigkeiten von über 140 km/h wurde sie plötzlich in der ersten Wende zum Stoppen gezwungen. Der Motor war ausgefallen. Kathrin konnte das Rennen nicht beenden und Sabine holte sich souverän die 1000 Punkte ab. Mit insgesamt 2997 Punkten lag sie knapp vor ihrer Schwester und gewann damit Gold und den EM-Titel in der F1.

Veritable Leistungen zeigten auch die Familienmitglieder Ernst und Christian Ortlieb. Ersterer sicherte sich bei den Masters (35 plus) Platz vier, Christian belegte bei den Herren F2 (bis 300 PS) den fünften Rang.
Für weitere tolle Ergebnisse aus Tullner Sicht sorgte der Nachwuchs. In der Klasse Eurokids B (bis 14 Jahre) griff Hubertus Mayerhofer nach Bronze. Natascha Storf landete auf Platz fünf. Victoria Storf fasste bei den Junioren (bis 17 Jahre) den vierten Platz aus. In Anbetracht der Tatsache, dass diese drei Fahrer erst vor einem Monat das Wakeboard gegen den Rennski ausgetauscht hatten, allesamt spitzen Leistungen.

Pech hatten die Brüder Michael und Lukas Förstel in der F3 (bis 150 PS). Ein Bootsunfall vereitelte die Teilnahme an zwei Rennen. Michael wurde vor Lukas Neunter.