Erstellt am 05. April 2017, 05:16

von Wolfgang Stritzl

Der Traum vom Titel ist geplatzt. Mit zwei Siegen gegen Tulln macht Eggenburg Korneuburg zum Meister. Das Spiel wurde in der ersten Hälfte verloren.

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Der Traum vom Endspiel in Korneuburg, der Traum vom Meistertitel ist geplatzt. Nach der bitteren Heimniederlage gegen Eggenburg – es war nach dem 24:27 im Hinspiel die zweite Schlappe gegen Eggenburg – muss sich Tulln vom Titelrennen verabschieden.

„Das war kollektive Arbeitsverweigerung“

Trainer Jörg Sibral geht mit der Mannschaft hart ins Gericht: „Das war kollektive Arbeitsverweigerung. Ich bin böse auf die Mannschaft, nehme es persönlich. Wir haben nur das Korneuburg-Spiel im Kopf gehabt und wollten Eggenburg mitnehmen. Ich verstehe die Spieler nicht, dass sie es so lasch angehen. Normal ist das nicht meine Art, aber ich sehe die Schuld ganz klar bei der Mannschaft!“

Normal ist das nicht meine Art: Aber ich sehe die Schuld ganz klar bei der Mannschaft. Ich hätte mich als Spieler nach so einer Leistung am Spielfeld eingegraben.“

Sibral möchte sich eine einwöchige Auszeit nehmen …

Das Spiel gegen den Angstgegner war schon zur Pause (fast) verloren. In der ersten Halbzeit kassierte Tulln 19 (!) Gegentreffer. Zehn Minuten vor Schluss durfte Tulln wieder hoffen: Dominik Burkert, der alle fünf Siebenmeter verwertete, erzielte das 27:27 – der erste Ausgleich im Spiel seit dem 10:10 (17.). Burkert war es auch, der auf 29:29 stellte. 65 Sekunden waren noch zu spielen. Das nächste Tor, das Tulln so dringend gebraucht hätte, machte aber Eggenburg.

„Das war ein klarer Regelverstoß!“

Tulln ärgert sich über einen „klaren Regelverstoß“, der das Spiel vielleicht entschieden hat. Eggenburg wollte Time-Out nehmen, das Signal dazu kam aber erst nach dem Fehlwurf. „Es zählt nicht der Zeitpunkt, wann der Trainer die Time-Out-Karte auf den Tisch legt, sondern das Signal. Wir hätten in Ballbesitz kommen müssen und noch eine Minute Zeit gehabt, das Siegestor zu erzielen. Diesbezüglich hat es in der aktuellen HLA-Saison schon einen erfolgreichen Einspruch gegeben …“ Dafür wäre aber ein Videobeweis notwendig …

Als schwacher Trost bleibt Tulln, dass man Korneuburg in 24 Spielen (!) die einzige Saisonniederlage zugefügt hat. Noch ist der Aufstieg in die Regionalliga möglich. Wenn Korneuburg, in seiner Regionalliga-Gruppe souveräner Tabellenführer, das entscheidende Duell gegen den Sieger der Parallelgruppe gewinnt und damit das Bundesliga-Ticket löst, wird ein Platz für Tulln frei.