Erstellt am 29. März 2017, 05:39

von Wolfgang Stritzl

Es bleibt spannend bis zum letzten Spiel. Tulln wehrte den ersten Matchball ab und kann noch immer aus eigener Kraft Meister werden.

Johann Schmölz hatte es schwer. Im ganzen Spiel wurde er manngedeckt. Hier wird Tullns Spielmacher gleich von zwei Korneuburgern in die Zange genommen.  |  NOEN, Wolfgang Stritzl

Das war knapp! Tulln bleibt aber im Titel-Rennen und kann noch immer aus eigener Kraft Meister werden. Das Spitzenspiel war Werbung für den Handballsport. Die zahlreich gekommenen Zuschauer – auch die vielen Korneuburg-Fans machten kräftig Stimmung – kamen voll auf ihre Kosten. Es war spannend bis zum Schluss. Letztlich fehlten Korneuburg nur zwei Tore zum Meistertitel!

In den letzten zehn Minuten ging es Schlag auf Schlag. Die Union Korneuburg, die im ganzen Spiel nie vorne und zwischenzeitlich schon fünf Tore zurücklag, läutete das Herzschlag-Finish mit dem Ausgleich zum 24:24 ein. Tulln zeigte viel Klasse, aber keine Nerven und ging immer wieder mit zwei Toren in Führung. Toll in dieser Phase Andrea Manica, der mit einer beherzten Einzelleistung bei bereits angezeigtem Zeitspiel auf 28:26 stellte, Ralf Schneider, der mit letzten Kräften und vollem Einsatz das 29:27 erzielte, und Andras Bozso, der das wichtige und letztlich Sieg bringende 30:29 warf.

64 Sekunden vor Schluss nahm der Korneuburg-Coach mit Tulln-Vergangenheit Alexander Louzianine Timeout. Ein billiger Ballverlust brachte Tulln in Ballbesitz, 50 Sekunden vor dem Ende nahm auch Jörg Sibral das Timeout. Korneuburg verteidigte hoch, Tulln aber rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.

Dass es bis zum Ende überhaupt so knapp war, verdankten die Gäste ihrem Tormann. Teufelskerl Mario Duha machte zahlreiche Tullner Chancen zunichte. Insgesamt vergaben die Hausherren vier Siebenmeter (Markus Fischer, Dominik Burkert, und zwei Mal Johann Schmölz). „Vom mannschaftlichen Gefüge her waren wir besser. Wir machen alles richtig und kommen frei zum Wurf – und scheitern am Tormann. Nur wegen ihm war es länger spannend als notwendig“, brachte es Tulln-Trainer Sibral auf den Punkt. Tullns Tormann Mario Vizvary stand Duha aber um nichts nach, auch er war ein Vater des Sieges.

Das schönste Tor des Abends erzielte Peter Großschmidt mit einem herrlichen „Wuzzler“, der sich mit viel Effet ins lange Eck drehte (13:8). Sehenswert aber auch das Tor von Johann Schmölz zum 11:7 von der Mittellinie – Korneuburg hatte im Unterzahl-Spiel seinen Tormann aus dem Spiel genommen.

Tulln musste auf Kristof Vizvary und Georg Pferschinger verzichten – beide sind in der Verteidigung eine Macht. So spielte Hans Schmölz, der von Beginn an durch Mathias Weinhappl manngedeckt wurde, auch in der Abwehr durch.