Erstellt am 13. Juli 2016, 03:45

von Wolfgang Stritzl

Sabrina Lederle war immer am Lächeln. Laufsport „Mit einem Lächeln läuft es sich einfacher“, weiß Sabrina Lederle. Nach 175 km reichte es sogar noch zum Schlussprint.

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Sabrina Lederle wollte es wieder wissen. Die Absdorferin startete beim 24-Stundenlauf in Irdning. Mit 25 Jahren war sie unter 101 Einzelläufern, die am Fuße des Grimming in die Nacht starteten, die jüngste Dame im Feld. „Ich war sehr aufgeregt, denn Ultraläufe sind unberechenbar.“

Bereits in der Nacht war es sehr warm, ab 8 Uhr setzte die Sonne zu. Erst in den letzten eineinhalb Stunden sorgte ein Gewitter für Abkühlung. Dies kam Lederle gerade recht: „Regen ist mein Wetter. Ich startete wieder durch. Die letzten Runden wurden zum puren Genuss, es war sogar noch ein Schlusssprint drinnen.“

Aber freilich hatte Sabrina Lederer zuvor auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, so etwa mit Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen. „Außerdem meckerte der linke Fuß nach der Hälfte der Zeit.“ Trotzdem versuchte Lederle, immer das Lächeln zu behalten, „denn damit läuft es sich einfacher“. Eine Vegane Schokolade oder eine Umarmung des Betreuers halfen über Tiefs hinweg.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sabrina Lederle legte in 24 Stunden 175,2 Kilometer zurück, wurde zweitbeste Dame, Zweite bei den Österreichischen Meisterschaften, Siegerin der W-20-Klasse und Elfte im Gesamtklassement.

„Ich bin unendlich glücklich, dieses Ergebnis erreicht zu haben. Und so stolz darauf, Menschen in meinem Leben zu haben, die an mich glauben und mich bei solchen Ultraläufen unterstützen.“ Unterstützung kommt etwa von ihrem Bruder. Dieser sagte: „Someone said ,Forest Gump‘ – usually I just called her Sabrina.“ Sabrina: „Der Lauf war toll organisiert, die Stimmung genial. Was mich am meisten berührt hat, waren die Staffelläufer und deren Betreuer, die mich in jeder Runde kräftig angefeuert haben.“

Fast 140 km bei 24-Stunden-Premiere

Lukas Hießmair (SC Neustift) wagte sich erstmals an einen 24-Stunden-Lauf. „Ich bin mit einem leicht mulmigen Gefühl angekommen“, so der Debütant, der sich einen Rat von Ultralauf-Veteran Tino Griesbach zu Herzen nahm: „Zu Beginn zurück halten!“

Gegen Mitternacht hatte Hießmair den ersten Einbruch, er musste auf einer Liege pausieren. „Diese 20 Minuten waren wichtig für den weiteren Verlauf.“ Um 7 Uhr morgens standen 90 km auf dem Leaderboard.

Bei Kilometer 120 folgten Kreislaufprobleme, bei Kilometer 122 hatte er den Drittplatzierten seiner Kategorie überholt. Ein Unwetter und zwei Blasen später kam die Zielsirene, „sie war Musik in meinen Ohren“. Lukas Hießmair wurde mit 137,68 km 35. im Gesamtklassement und Dritter in der Altersklasse M20. „Das Ziel von 140 km habe ich nur ganz knapp verfehlt, für das erste Antreten war es aber eine gelungene Premiere.“