Erstellt am 17. Februar 2016, 09:27

von Wolfgang Stritzl

Nur Hundertstel fehlten. Savo Kovacevic verpasste beim härtesten Turnier der Welt, den US-Open, den Einzug ins Halbfinale nur um einen Platz. Nur zwei Hundertstel fehlten auf ein Weiterkommen.

 |  NOEN, zVg

Savo Kovacevic stellte sich der bisher größten Herausforderung in seiner noch jungen Karriere. Die US-Open – sie gingen heuer in Reno/Nevada über die Bühne – gelten als das bestbesetzte Taekwondo-Turnier der Welt. Es ist schwerer zu gewinnen als die WM, ist bei dieser doch nur ein Athlet pro Nation startberechtigt und die Konkurrenz entsprechend überschaubarer.

Der Tullner war der einzige Vertreter Österreichs. Erstens aus finanziellen Gründen, zweitens wegen der enormen Strapazen. „37 Stunden hat die Rückreise mit Zwischenlandung in Istanbul gedauert.“

Kovacevic war mit 15 der Jüngste im Feld, der in der Alterskategorie bis 17 an den Start ging. Er sah sich mit einer Übermacht an asiatischen Kämpfern konfrontiert. „99 Prozent waren Asiaten.“ Auf den ersten vier Plätzen landeten nur Koreaner.

Das Aushängeschild des Tangun Taekwondo-Clubs Tulln schlug sich prächtig – wobei in seiner Disziplin freilich kein Gegner geschlagen wird, sondern einstudierte Formen präsentiert werden. Um ins Halbfinale einzuziehen, hätte Kovacvic 15 der 36 Konkurrenten hinter sich lassen müssen.

Daran schrammte er haarscharf vorbei, 14 bekamen schlechtere Punkte als er, darunter der kanadische Staatsmeister – unter dem Strich einer zu wenig! Der amtierende Europameister aus Holland etwa war nur drei Plätze vor dem Österreicher. „Ein einziger Sieg hat gefehlt“, ärgerte sich Savo, der weiß, wo er die läppischen 0,02 Punkte, die auf ein Weiterkommen gefehlt haben, suchen muss. „Mein Bein war nicht ganz in der richtigen Position. So ein Fehler darf mir normal nicht passieren. Das motiviert mich aber für die nächsten Wettkämpfe.“

Die wichtigsten sind die Belgien-, die German- und die Austrian-Open, bei der es um die Qualifikation für die WM im September geht. Das Ticket hat der Gymnasiast – er besucht das BORG Rechte Kremszeile – praktisch in der Tasche: Savo Kovacevic hat in seiner Altersklasse in Österreich keine Konkurrenz.