Erstellt am 03. August 2016, 16:40

von Bettina Kulmer

Enrico Ehn: „Es geht nicht um Zeiten und Ränge“. Enrico Ehn hat nicht nur das Abenteuer beim „Social Man“ gesucht, er lief für einen guten Zweck – und holte Silber!

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Der „Social Man“ im Salzkammergut ist ein Laufevent der anderen Art – in zweierlei Hinsicht: Sportlich gesehen zählt er zu den härtesten Eintages-Langdistanztriathlons der Welt. Darüber hinaus hat die Veranstaltung einen sozialen Mehrwert. Der Erlös kommt behinderten Menschen zugute. Außerdem treten Para-Athleten zu den gleichen Bedingungen wie gesunde Sportler an.

Diese beiden Umstände haben den St. Andrä-Wörderner Enrico Ehn dazu bewogen, hier teilzunehmen. „Der Triathlon ist für einen guten Zweck. Die sportliche Herausforderung rennt da mit.“

„Man macht das für sich und das reicht.“

Diese ist aber nicht zu verachten. 5 km durch den Grundlsee, 185 km Radfahren nach Rauris und dann noch ein 25 km Abstecher auf die Spitze des Großglockners stehen am Programm. Der Vorteil an diesen Anforderungen: wenige Teilnehmer und die Chance auf ein individuelles Abenteuer. „Das Miteinander kommt mehr zur Geltung als bei einem Ironman, wo es nur um Zeiten und Ränge geht. Deshalb habe ich mich dazu entschieden und kann es jedem nur weiterempfehlen.“

Seit Dezember hat sich Ehn auf seinen ersten extremen Bewerb vorbereitet. Seit zwei Jahren läuft er bei Triathlons mit, doch es geht ihm nicht um Erfolge. „Man macht das für sich und das reicht.“ Vielleicht war es gerade diese entspannte Haltung, die dem 39-Jährigen das Top-Ergebnis eingebracht hat. Nach 10:45 Stunden erreichte er als Zweiter das Ziel. 35 Einzelstarter waren insgesamt angetreten, davon hatten sieben aufgeben müssen.

Das Ergebnis hat sich für Ehn weniger eingeprägt als die Tatsache, dass Paraathleten in der Staffel dasselbe absolvieren mussten. „Es ist beeindruckend, wozu man fähig ist, wenn man nicht mehr 100 Prozent geben kann.“ Er selbst hat seine Leistungsfähigkeit voll ausgekostet. An Aufgeben wurde nie gedacht. „Kräftemäßig ist man am Limit, aber die einzigartige Stimmung motiviert.“