Erstellt am 23. März 2016, 08:59

von Wolfgang Stritzl

Wolffhardt hofft auf Olympia-Ticket. Tullns Weltklasse-Kanutin Viktoria Wolffhardt will nach Rio.

Der gemessen an den Titeln erfolgreichste Tullner Sportverein 2015: Erfolgreiche Gewichtheber des HSV Langenlebarn mit Brigadier Günter Schiefert: Philipp Forster, Marcel Pöttinger, Sebastian Köbe, Maximilian Moldaschl, Florian Schindler (davor), Markus Koch, Günter Haberfellner, Gerald Pribassnik, Andreas Frasl, SR Wolfgang Mayrhofer, Florian Doppler, Susanne Menda, Harald Schinnerl (hinten, v.l.), Patricia Bernhaupt, Mario Pöttinger, Anna Zizlavsky, Emma Steigele, Alina Novak, Selina Stöger, Tamara Köbe, Freija Aflenzer, Leopold Höller, Dominik Woschitz, Christian Fleis, Maximilian Aflenzer (vorne, v.l.).  |  NOEN, Stritzl

Vici Hummel mit Österreich bei WM! Bei der 44. Sportlerehrung der Stadt Tulln wurden 82 Athleten, drei Schulen und 13 Vereine vor den Vorhang gebeten – als Anerkennung für 44 Staats- und 97 Landesmeistertitel bzw. sieben EM- und zehn WM-Medaillen.

Der erfolgreichste Verein 2015 war der HSV Langenlebarn, der mit Leopold Höller – er nahm heuer seinen bereits 35. Sportpreis entgegen – den meist-geehrten Sportler seit 1971 in seinen Reihen hat. Die Gewichtheber jubelten über einen Welt- und Europameistertitel (durch Susanne Menda), elf Österreichische und 27 Landesmeistertitel.

Das sportliche Aushängeschild der Stadt ist und bleibt Viktoria Wolffhardt. Die Weltklasse-Kanutin wurde für ihren U-23-Vizeuropameistertitel, Bronze bei der Team-WM in London und Platz drei im Gesamtweltcup ausgezeichnet. Zuletzt hatte sie ein Monat lang in Australien trainiert, jetzt geht es nach Slowenien, wo der erste Wettkampf der Saison stattfindet. Anfang April steigt in Wien die nationale Qualifikation, im Mai geht in der Slowakei die EM über die Bühne. Spätestens nach dem ersten Weltcuprennen in Italien zwei Wochen danach wird man wissen, wer das Olympia-Ticket gelöst hat. Die interne Quali ist beinhart. „Die Chancen für Rio sind für jede von uns 25 Prozent“, so Wolffhardt, die sich mit Corinna Kuhnle, Violetta Oblinger-Peters und Lisa Leitner um nur einen Olympia-Startplatz matcht. Der Druck ist riesengroß. „Wir alle trainieren gemeinsam, haben denselben Trainer. Die Situation ist nicht immer einfach. Jede von uns hätte es sich verdient, bei Olympia dabei zu sein. Aber leider kann nur eine fahren.“

Viki bleibt dabei, als einzige Weltklasse-Kanutin sowohl im Kajak als auch im Kanadier anzutreten. „Ich habe solange darum gekämpft. Die beiden Disziplinen beeinflussen sich nicht negativ, eher sogar im Gegenteil.“ Der Kanadier wird 2020 olympisch.

Einen Extra-Applaus bekam im Tullner Atrium auch Victoria Hummel, die 2015 mit dem Damen-Eishockey-Nationalteam bei der B-WM hinter Tschechien den sensationellen zweiten Platz geholt hat. Bereits am nächsten Tag ging es für sie nach Lustenau, wo sich das Nationalteam auf die WM (Division I) in Dänemark vorbereitet (25. bis 31. März in Aalborg). Das Testspiel in Füssen gegen WM-Favoriten Deutschland ging erst im Shootout knapp mit 4:5 verloren, Hummel hatte Österreich 3:2 in Führung gebracht und das 4:2 aufgelegt.

Die US-amerikanische College-Meisterschaft ist für sie und ihre Maine-University, wo sie noch zwei Jahre studiert, bereits vorbei: Aus in der ersten Play-off-Runde gegen Gruppensieger Boston.

Die Stadtgemeinde Tulln hat 42 Sportvereine mit insgesamt 6200 Mitgliedern, 1900 davon sind Jugendliche. Pro Jahr werden 135.000 Euro an Sportförderung ausgeschüttet (35 Prozent für Jugendarbeit).

Jede von uns hätte es sich verdient, bei den Olympischen Spielen in Rio dabei zu sein.“