Erstellt am 25. Mai 2016, 07:14

von Petra Suchy

Tränen, Rekorde und neue Sieger. Mehr Kids als beim Wachau-Marathon, mehr Spendenfreude & erster „Heimsieg“ für Elisabeth Reiter.

Erstmals stand Elisabeth Reiter in Waidhofen am Siegerstockerl - gefolgt von Zwettls Anna Holzmann (li.) und LTU-Kollegin Carina Lauter.  |  NOEN, Petra Suchy

Ein bewegendes Erlebnis ist der Waidhofner Stadtlauf immer: Aberhunderte Aktive aller Altersklassen, die die Innenstadt für einen sozialen wie auch sportlichen Zweck zum Lauf-Eldorado machen, entlocken den Gemeindevertretern schon einmal eine Freudenträne. Dankbar und positiv motiviert ist LTU-Mastermind Erich Scharf jedes Jahr, heuer flossen bei der Spenden-Übergabe von insgesamt 6.465 Euro aber auch bei ihm die Tränen; immerhin ging ein Teil der Gelder, für die insgesamt 1.133 Benefizläufer (davon 524 aktive Finisher) mobil machten, an den Hollenbacher Rudi Burggraf, den einstigen Mentor und Arbeitskollegen des jungen Tischlerlehrlings Erich Scharf. Burggraf, dem ein langer, wenn auch schmerzhafter Therapie-Weg nach einem tragischen Unfall zumindest Hoffnung auf mehr Lebensqualität gibt, versprach, sich spätestens dann zu revanchieren, wenn er die Krücken in die Ecke stellen kann.

„Noch mehr Starter und wir müssen
wie die großen Marathons auch
den Vortag dazunehmen.“
LTU-Obmann Erich Scharf

Die zweite Spendensumme ging zum zweiten Mal an das Kolping-Wohnhaus Waidhofen, einen seit 20 Jahren treuer Partner. „Im Benefizbewerb geht‘s nicht um die sportliche Leistung, sondern um die soziale. Es gibt so viele, die Freunde, Arbeitskollegen und Familie zum Mitmachen motivieren. Die Dimension dieses Bewerbs ist wirklich einzigartig“, weiß Scharf. Einzigartig ist auch der neuerliche Starterrekord in den Nachwuchsbewerben: 772 aktive Kinder und Jugendliche, davon genau 600 aus 39 Schulklassen in sieben eigenen Schulbewerben – Scharf: „In unserer bewegungsarmen Gesellschaft ist das ein schönes Zeichen. Noch mehr Starter und wir müssen wie die großen Marathons auch den Vortag dazunehmen.“

Schüler verdienten sich 2.300 € Prämie

36 Schulklassen erreichten die 50-Prozent-Hürde und erhielten somit je 50 Euro Prämie. Sechs Klassen waren zu 100 Prozent vertreten. „Das macht zusammen mit einigen Kulanzregelungen weit über 2.300 Euro Auszahlung an Schulklassen“, rechnet Rudi Cerny vor und bestätigt die Durchsage von Gerhard Eichinger: „Tatsächlich waren die Waidhofner Nachwuchsbewerbe teilnehmerstärker besetzt als die Kinderläufe beim Wachaumarathon. Dort waren es 2015 nur 484 Finisher.“

Aus sportlicher Sicht blieben beim Cuplauf diesmal die großen Herausforderer zu Hause. Der 2012 aufgestellte Streckenrekord des Kenianers Elisha Kiprotich Sawe blieb wie jener von Verena Pachlatko aus dem Vorjahr unangetastet. Ihr Mann Roman war ebenso verletzt wie die Kremser Truppe um Wolfgang Hiller, somit stand neuerlichen Laister-Festspielen nichts im Wege. Der ULC-Horn-Läufer war – nach seinen Cup-Siegen in Maissau, Gars und Rastenfeld – auch in Waidhofen quasi konkurrenzlos, finishte in 22:52 Minuten mit einem km-Schnitt von 3:19 über die 6,9km mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Grund zur Freude hatte aber auch der Zweite, Marco Schindl (25:02). Der Heidenreichsteiner, der zuletzt 2012 im Cup aufgefallen war, konnte nach achtmonatiger OP-bedingter Pause wieder punkten.

Ihren ersten Sieg in Waidhofen feierte Elisabeth Reiter, die hier bislang immer anderen gratulieren hatte müssen. Reiter: „Ich hab mir trotz meines Ironman-Starts vor einigen Wochen relativ leicht getan.“ Ihr Vorsprung auf Anna Holzmann: immerhin 1:45min. Aus LTU-Sicht war Lisa Neudert die Beste: Die 14-jährige Hollenbacherin holte sich im Jugend-, Benefiz- und Hauptlauf einen Pokal ab.