Groß-Siegharts

Erstellt am 18. August 2016, 05:56

von Michael Salzer

Favoriten-Siege & Fan-Rekorde. Top-Favorit Nicolas Peifer bezwang Tom Egberink im Herren-Finale. Mieke Van Chastelet verhinderte rot-weiß-roten Erfolg im Damen-Bewerb.

Bei der Siegerehrung nach dem hart umkämpften Herren-Finale: Sieger Nicolas Peifer und Tom Egberink mit einem Teil des Veranstalterteams, Sponsorvertretern, Ehrengästen und Ballkindern.  |  noen, privat

Bei der 29. Auflage der Austrian Open in Groß-Siegharts spielten Rollstuhlsportler aus 13 Nationen um insgesamt 21.700 US-Dollar an Preisgeldern. Es zog sich wie ein roter Faden durch alle Bewerbe: Die fettesten Prämien schnappten sich durchwegs die Favoriten.

Im Damen-Einzel fehlte, begünstigt durch die kurzfristige Absage der deutschen Topspielerinnen, nicht viel zum Heimsieg: Die Niederländerin Mieke Van Chastelet bezwang Margrit Fink knapp mit 7:5, 6:4, verhinderte somit den dritten Turnier-Sieg der routinierten Österreicherin im Waldviertel.

Apropos Heimvorteil: Im Quad-Einzel unterlag der Vitiser Markus Wallner in Runde zwei gegen Greg Hasterok (USA). Im Doppel mit dem israelischen Topspieler Itay Erenlib, Nummer 5 der Weltrangliste und Einzel-Sieger, schrammte Wallner nur haarscharf am Turniersieg vorbei – letztlich ging das alles entscheidende Champions Tie Break mit 11:9 an Hasterok und James Shaw (GBR).

Herren Einzel als Höhepunkt

Beim finalen Höhepunkt, dem Endspiel im Herren Einzel, war die Tribüne wiederum bummvoll – und die zahlreichen Zuschauer wurden nicht enttäuscht: Die beiden Spitzenspieler, Nicolas Peifer (Frankreich) und Tom Egberink (Niederlande), lieferten sich – nach ihrem gemeinsamen Erfolg im Doppel-Bewerb – ein spannendes und hochklassiges Match.

Peifer, der an den Oberschenkeln amputierte Favorit, setzte sich zuerst nur knapp im Tie-Break durch, feierte dann im zweiten Satz aber einen souveränen 6:2-Erfolg. „Egberink hat voll dagegen gehalten. Das war ein wirklich gutes Match auf sehr, sehr hohem Niveau“, freute sich Turnierleiter Philipp Dörre. Erfreulich habe sich außerdem die erstmalige Installierung eines „Match of the Day“ – also die Ansetzung der sportlich interessantesten Begegnung um 17 Uhr – ausgewirkt, so Dörre: „Unter der Woche hatten wir noch nie so viele Zuschauer wie heuer.“

Besonders stressig aus Sicht des Veranstalter-Teams ist der erste Turnier-Tag am Mittwoch verlaufen: Wegen des starken Regens am Vormittag wurden die anstehenden Partien in der Stadthalle ausgetragen, daher musste alles – Ausrüstung, Spieler, Schiedsrichter und Ballkinder – dorthin transportiert werden. Dörre: „Für uns war das eine neue, extreme logistische Herausforderung.“
Vielseitiges Waldviertel: Verregnet bis hitzig

Große Bandbreite an Wetterlagen

Im Verlauf der Vorwoche konnten die Rollstuhlsportler aus aller Welt das ganze Spektrum des Waldviertler Wetters, von regnerischen 15 Grad bis zu hitzigen 30 Grad Celsius, erleben. „Für Leute aus Kalifornien, die keine Ausrüstung für kaltes Wetter haben, ist das nicht besonders lustig“, so Dörre.

Während die Spitzenspieler nun zu den Paralympics in Rio reisen, habe beim Veranstalterteam bereits die Ideenfindung für das 30-Jahr-Jubiläum im nächsten Jahr begonnen...