Erstellt am 26. Mai 2016, 05:14

von Michael Salzer

„Luft nach oben ist immer“. Nikolaus Becker, Tormann und Pressesprecher des UHC Waidhofen, analysiert im NÖN-Gespräch die abgelaufene Meisterschaft und definiert die nächsten Ziele.

Hinten stabiler, vorne effizienter. Die Tordifferenz ist der klare Beweis für die Weiterentwicklung beim UHC Waidhofen/Thaya (hinten: Tormann Nikolaus Becker, vorne: Manuel Eder und Topscorer Michael Pallnstorfer). In der ersten Saison als eigenständiger Verein hat man um 34 Tore mehr kassiert als erzielt. Nach der nun abgeschlossenen Meisterschaft 2015/16 bilanzieren die jungen Waldviertler mit +6 Treffern positiv.  |  NOEN, Michael Salzer

NÖN: Die Meisterschaft der 2. Landesliga Herren ist nun abgeschlossen. Seid ihr zufrieden mit dem fünften Endrang?
Nikolaus Becker: Nein, nicht ganz. Der fünfte Platz ist okay, aber wir wollten uns noch näher an die Spitzengruppe heran kämpfen. Vor einem Jahr waren wir Sechster von zehn Mannschaften, mit acht Siegen und zehn Niederlagen. Jetzt, als Fünfter von acht Teams (6 Siege, 8 Niederlagen), hat sich nicht viel verändert. Allerdings hatten wir im Vorjahr eine negative Tordifferenz (Anm.: -34 Tore), heuer haben wir schon sechs Tore mehr erzielt als kassiert.

Was sind die Hauptgründe für die nicht optimale Ausbeute?
Becker: Die Saison 2015/16 hat verfrüht begonnen, unter anderem wegen der Umbauarbeiten an der Zwettler Halle. Das erste Match am 20. September haben wir gegen die junge Tullner Mannschaft unglücklich mit 24:27 verloren – ein denkbar schlechter Start in unsere zweite Saison. Gleich im nächsten Spiel, wieder gegen Tulln am 25. Oktober, konnten wir diese Niederlage mit einem Kantersieg in Zwettl (38:21) ausmerzen. Dann haben, infolge von Verletzungsproblemen, schwankende Leistungen gezeigt. Stark zurückgeworfen haben uns die Spiele im Jänner und Februar. Eine Durststrecke von vier Niederlagen, allesamt knapp und vermeidbar, hat die allgemeine Stimmung in der unerfahrenen Mannschaft gedrückt.

Hat sich das Team dennoch weiter entwickelt?
Becker: Ja schon, wir sind auf dem richtigen Weg. Natürlich baut sich mehr und mehr Routine auf, mit jedem einzelnen Spiel. Aber auch individuell sind Fortschritte zu sehen. Besonders hervorzuheben sind die allgemein sehr faire und gesteigerte Verteidigungsleistung sowie unsere Topscorer: Michael Pallnstorfer ist mit hundert Treffern Erster in der Liga-Schützenliste, Fabian Angerer (80) und Lukas Jäger (78) auf den Plätzen zwei und vier. Ein ganz wichtiger Bereich ist auch die Nachwuchsarbeit – allen voran hat Max Angerer schon den Sprung in den Stammkader geschafft und tolle Leistungen abgeliefert.

Wo ist noch Luft nach oben?
Becker: Luft nach oben ist immer und überall. Im Vordergrund steht besonders die Verbesserung der Defensive, denn wir kassieren schlicht zu viele Tore. Was man sich für die kommende Saison auch anschauen muss, sind die Trainingseinheiten – es ist momentan sehr schwierig, die Spieler unter einem Hut zu bekommen, weil wir eine bunte Mischung aus Schüler, Studenten und Erwerbstätigen im Kader haben.

Wie lange dauert die Sommerpause?
Becker: Die Meisterschaft beginnt voraussichtlich im Oktober. Wir haben beschlossen, die Trainingspause so kurz wie möglich zu halten, haben schon Pläne für individuelle und gemeinsame Trainingseinheiten in den Sommermonaten.

Wie sehen die nächsten Schritte und Ziele aus?
Becker: Wir haben eine junge, talentierte und motivierte Mannschaft. Ein konkretes Ziel kann nur der Aufstieg in die erste Landesliga sein, und zwar so bald wie möglich. Das Wichtigste ist, dass wir am Ball bleiben, die Fan-Gemeinde vergrößern und bei wichtigen Veranstaltungen präsent sind.