Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 19. Oktober 2016, 06:17

von Michael Salzer

„Über der Schmerzgrenze“. Das Duo von der LTU Waidhofen schleppte sich schwer angeschlagen ins Ziel: Rudi Langsteiner mit Bronchitis, Elisabeth Reiter mit gebrochenem Mittelfuß!

So sah Elisabeth Reiter (Mitte) beim Zieleinlauf in Hawaii aus.  |  NOEN, privat

Mit dem Ziel, ihre Leistung von 2014, zu verbessern, reiste Elisabeth Reiter vor drei Wochen nach Hawaii. Doch schwer enttäuscht und auf Krücken gestützt kehrte sie zurück.

Begonnen hat das Projekt Ironman-WM auf Hawaii nach der erfolgreichen Qualifikation vor etwa einem Jahr. „Wir haben wirklich konsequent und eisern trainiert, zum Teil bis über die Schmerzgrenze“, schildert Reiter. „Für mich war es leider zuviel des Guten, denn ich habe mir schon kurz vor Hawaii ein Ödem, also die Vorstufe zum Bruch, im linken Mittelfuß zugezogen.“

„Der Ironman Hawaii ist zur größten Herausforderung geworden, die wir jemals zu bewältigen hatten.“

Elisabeth Reiter

So habe das Duo vom LTU Waidhofen die weite Reise nach Hawaii nicht im vollfitten Zustand angetreten – zu allem Überfluss zog sich Rudi Langsteiner beim Flug eine starke Bronchitis zu. Bis zum großen Wettbewerb war dann die Zeit zum Erholen zu kurz. Reiter: „So ist der Ironman Hawaii für uns beide zur größten Herausforderung geworden, die wir jemals zu bewältigen hatten.“

Beim Schwimmen waren die beiden Waldviertler noch passabel unterwegs. Doch am Rad machten sich die berüchtigten und schwierigen Bedingungen auf der Urlaubsinsel im Pazifik, die extreme Hitze und stürmischer Wind von mehreren Seiten, ernsthaft bemerkbar. „Das richtige Leiden hat aber erst auf der Laufstrecke begonnen. Rudi konnte aufgrund der Bronchitis nicht das gewohnte Tempo anschlagen. Ich hatte unerträgliche Schmerzen im linken Mittelfuß, konnte teilweise nur mehr gehen.“ Letztlich passierte Langsteiner die Ziellinie nach 11:44:51 Stunden, Reiter folgte nach 12:28:44 Stunden. „Wir sind trotz allem stolz, dass wir nicht aufgegeben haben.“ Und sie fand einen weiteren positiven Aspekt: „Ich habe so einige Freundschaften mit anderen Teilnehmern, denen es auch nicht so günstig ging, geschlossen.“

Sportliche Zukunft bleibt vorerst offen

Nach der mühsamen Heimreise auf Krücken ging die Ärztin aus Vitis am Montag zur MRT-Untersuchung und verschaffte sich Gewissheit über ihre Verletzung: „Es handelt sich tatsächlich um eine Stressfraktur im linken Mittelfuß. Derzeit habe ich noch sehr starke Schmerzen und kann kaum gehen.“ Welche Auswirkung hat dies auf ihre sportliche Zukunft? „Vorerst werde ich circa drei Monate Pause brauchen, zumindest beim Laufen. Ob ich jemals wieder einen Ironman machen werde, weiß ich noch nicht.“