Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:02

von Michael Salzer, Wolfgang Wallner und Manuel Burger

SV Waidhofen/Thaya: "Das ist ärgerlich!". Der ATSV Ober-Grafendorf ist seit Donnerstag im Konkurs, trat deshalb am Freitag nicht mehr im Birkenstadion an.

Die Ober-Grafendorfer (Mitte: Otto Hombang) wehrten sich am 28. August in Zwettl noch wacker, unterlagen erst nach drei späten Toren mit 0:4. Zum Heimspiel des SV Waidhofen am 16. Oktober reisten sie nicht mehr an. Nun werden alle Spiele des Pleite-Klubs aus der Landesliga-Tabelle gestrichen.  |  NOEN, Michael Salzer

Die schlimmsten Befürchtungen sind eingetroffen: Der ATSV Ober-Grafendorf wurde am Donnerstagabend offiziell in den Konkurs geschickt, hat den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt.

Somit stand auch fest: Das Heimspiel des SV Waidhofen am Freitagabend (19.30 Uhr) findet nicht statt! Allerdings trudelte die definitive Absage erst freitags um 13.15 Uhr in Waidhofen ein. „Für uns war das einfach mühsam, ärgerlich und unangenehm“, schildert SVW-Schriftführer Gerhard Kraus. Wobei die entgangenen Einnahmen (Eintrittsgelder, Kantine und Patronanzgebühr) gar nicht das Schlimmste seien. Kraus: „Die ganze Arbeit war umsonst, das tut am meisten weh. Alle unsere Helfer, von der Kantine bis zu den Ordnern, waren eingeteilt, das Essen war bestellt. Unser Platzwart hat am Vormittag noch den Rasen gemäht, und zwar im Regen.“

90, zuletzt chaotischen Jahre

„Bis zum Schluss hat der Verein versucht, Lösungen zu finden“, schildert Rainer Handlfinger, Bürgermeister und Klubpräsident in Ober-Grafendorf. Doch in Anbetracht des riesigen Schuldenberges sei es unmöglich gewesen, die erforderliche Gläubiger-Quote von 20 Prozent zu erfüllen. „Deshalb wurde das Sanierungsverfahren eingestellt.“ Der traurige Schlusspunkt nach 90, zuletzt chaotischen Jahren.

Nun werden sämtliche Landesliga-Partien der Ober-Grafendorfer mit 0:0 und null Punkten gewertet. Die ATSV-Kicker sind kostenlos frei, können sofort den Verein wechseln und dort auch spielen. Doch wie geht es in Ober-Grafendorf weiter? Handlfinger: „Das Wichtigste ist jetzt, die Jugend und die Frauen aus der Konkursmasse heraus zu bekommen. Die Gemeinde hat dafür ein Angebot an den Masseverwalter gemacht.“