Erstellt am 22. Juni 2016, 06:25

von Petra Suchy

Jagd der Emotionen. Ultra-Debüts in Neon-Gold: Der „Mozart100“ lockte die langatmigen Gmünder auf 100, 56 und 25,8 Kilometern.

Martina Diesner-Wais war in 6:44 zehnte Frau auf 56km.  |  NOEN, Suchy

Unterspülte Trampelpfade, bissige Trails, drückende Schwüle, Gewittergüsse – und die 500 Steinstufen auf den Kapuzinerberg zweimal. Einen Tag nach dem „Mozart100“ lässt Franz Mürwald die Eindrücke von seinem 15-stündigen und 100km langen Ultralauf (plus knapp 3.000 Höhenmeter) in Salzburg Revue passieren: „Anstrengend und zach war‘s, viel bergiger als die Vorjahresstrecke, aber die Emotionen jagen einen da durch!“

121 Fotos schoss der Waldensteiner während seines Abenteuers – von Felsschluchten, Wasserfällen, steinigen Aufstiegen oder seinen Mitstreitern. „Die Gegend ist super. Es war einmal etwas ganz Anderes als die kleinen Straßenläufe bei uns daheim. Ich bin froh, dass ich‘s geschafft habe“, berichtet der Jugendleiter des LT Gmünd, der als 78. Finisher am Residenzplatz die Hände in die Höhe riss. Auch sein Obmann Bernhard Bock gratulierte Mürwald zur „unglaublichen mentalen Leistung“: „Diesen Erfolg hat er sich wirklich verdient!“

„Am Schluss hätte ich noch die Welt zerreißen können!“
Martina Diesner-Wais kam bei ihrem 
ersten Ultralauf gleich auf den Geschmack.

Nach der Regenpartie im Vorjahr absolvierte Günter Leutner die 100er-Distanz heuer bei schwülen 25 Grad und blieb knapp unter 13 Stunden (12:58). Der Walterschlager errang somit den dritten Platz in seiner AK 50+ sowie insgesamt Platz 28. „Das war bislang die längste Distanz“, rechnete Leutner vor, der bereits fünfmal den Silva Nortica Run bzw. etliche Doppel-Triathlons absolviert hat. Im Herbst steht für ihn mit dem „Race around Burgenland“ ein 218km-Ultralauf auf dem Plan.

LT-Gmünd-Obmann Bernhard Bock begleitete indes Martina Diesner-Wais auf ihrem ersten Ultralauf über 56km und 1.900Hm – und zog vor der Leistung der LT-Präsidentin den Hut: „Trotz der schwierigeren Strecke mit zusätzlichen beinharten Geländepassagen am Mühlenwanderweg hat Martina ab dem Fuschlsee nach ca. 30km wieder Tempo zugelegt und aus einer Ermüdungsphase wieder locker zu laufen begonnen. Sensationell!“

Mit der Zeit von 6:44std wurde die Schremser Abgeordnete übrigens zehntbeste Frau und Vierte ihrer Altersklasse – unter insgesamt 24 Finisherinnen!

„Ich habe so etwas noch nie erlebt, dass ich während eines Laufes immer besser geworden bin, obwohl auf den 56 Kilometern ja nur die ersten 5 flach waren. Es war wirklich eine tolle Erfahrung, ein super schöner Lauf und eine ganz andere Atmosphäre als bei einem Marathon“, schwärmte Diesner-Wais von ihrem Erlebnis.

„Anfängerfehler“ plagte den Routinier Bock

Für den routinierten LT-Obmann selbst war der Ultralauf diesmal ein Lehrmeister, schrammte er doch mit Schwindel, Kreislaufproblemen und Muskelkrämpfen 2km vorm Ziel an einem Systemausfall vorbei: „Ein Anfängerfehler, ohne genügend Mineralien und Salze in einen Lauf zu starten. Das passiert mir nie wieder!“

Die Sprint-Strecke (25,8km) von Fuschl bis Salzburg absolvierten noch zwei Gmünder: Nicoletta Leidenfrost finishte an der Seite von Papa Michael als zwölfte Frau in 2:51 Stunden.