Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:22

von Michael Salzer, Wolfgang Wallner und Manuel Burger

Pleite! Wann gehen die Lichter aus?. Beim ATSV Ober-Grafendorf hat sich ein riesiger Schuldenberg von 339.000 Euro angehäuft.

 |  NOEN, APA (epa)

"Das nächste Heimspiel findet am 16. Oktober statt falls es die Ober-Grafendorfer bis dahin noch gibt", so lautete die Vorwarnung von Waidhofens Platzsprecher Alexander Frank nach dem letzten Heimspiel gegen Traiskirchen.

Tatsächlich werden beim ATSV Ober-Grafendorf nun die Fakten auf den Tisch gelegt, der Antrag kam vom Verein selbst: Beim Landesligaverein wurde am Montag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht St. Pölten eingeleitet. Dies bestätigt Rainer Handl-finger, Bürgermeister und Klubpräsident in Ober-Grafendorf. In den nächsten vier Wochen haben die Gläubiger nun Zeit, ihre Forderungen einzubringen. Insbesondere werden dabei ehemalige Spieler auf den Plan gerufen. Zudem wurden Kredite für eilige Trainer-Wechsel (!) aufgenommen, die noch nicht zurückgezahlt wurden.

Waidhofner rechnen mit Match am Freitag 

Der Gläubigerschutzverband Creditreform geht von Aktiva in Höhe von 15.000 Euro aus, die Passiva sollen 339.000 Euro betragen! Von der Insolvenz sind etwa 20 Gläubiger betroffen, ihnen wird eine Quote von 20 Prozent – zahlbar binnen zwei Jahren – angeboten. Ob der Sanierungsplan angenommen wird, entscheidet sich Anfang Jänner 2016. Klappt die Sanierung nicht, stehen Konkurs und Einstellung des Spielbetriebs im Raum.

„Schadenfreude gibt‘s bei mir nicht. Das ist unerfreulich für die gesamte Landesliga“, sagt Waidhofen-Obmann Andreas Hanisch dazu. Die Ober-Grafendorfer Reserve ist bereits vom Spielbetrieb angemeldet worden. Die Waidhofner gehen aber davon aus, dass das Match der Kampfmannschaften am Freitagabend stattfinden wird. Hanisch: „Mein aktueller Wissensstand ist, dass die Ober-Grafendorfer die Saison unbedingt fertig spielen, dann in die 2. Landesliga absteigen wollen. Steigen sie während der Saison aus, fallen sie runter bis in die zweite Klasse.“