Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 27. Juli 2016, 03:30

von NÖN Redaktion

Dörre eroberte Gold. Bei den Landesmeisterschaften im Pistolenschießen operierte Waidhofner Arzt präzise, siegte in seiner Klasse.

Der neue Landesmeister im Großkaliber-Pistolenschießen, Kategorie Senioren II: Kurt Dörre.  |  NOEN

Kurt Dörre, der am Landesklinikum Waidhofen tätige Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, eroberte bei der Landesmeisterschaft der Großkaliber-Pistolenschütze – mit 584 von 600 möglichen Punkten – Gold in seiner Altersklasse Senioren II.

Dörre ist in einem Forsthaus mit angeschlossenem Schießplatz aufgewachsen, daher schon seit seiner Kindheit ein leidenschaftlicher Sportschütze, trainiert aktuell beim HSV Allentsteig. „Waffenbesitzer werden oft schief angeschaut, jedoch zu Unrecht“, meint der neue Landesmeister.

„Legale Waffenbesitzer benötigen eine Waffenbesitzkarte, sind damit behördlich registriert und werden regelmäßig überprüft. Das Training findet ausschließlich auf zugelassenen Schießplätzen statt. Es ist ein Sport, der körperliche und mentale Anforderungen stellt, und nichts mit Herumballern zu tun hat.“

Einer der wichtigsten Punkte beim Schießen ist die Beherrschung des eigenen komplexen Bewegungsablaufs. Ein stabiler ruhiger Stand, das feste Halten der Waffe und gleichzeitig ein locker-leichter Abzugsfinger sind notwendig, auch das richtige Zielen muss gelernt und geübt werden.

Bei den 20-Sekunden-Serien hat der Schütze für die Abgabe von fünf Schüssen nur 20 Sekunden Zeit, danach dreht sich die Scheibe weg, man muss also dieses Zeitfenster optimal ausnützen.

Im Wettkampf ist dann die mentale Verfassung entscheidend: Es geht um Konzentrationsvermögen und Stressmanagement. Siegeswille ist notwendig, zu viel Anspannung erlaubt jedoch keine ruhige Schussabgabe. Entspannungstechniken, zum Beispiel die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und Atemtechniken zwischen den einzelnen Serien helfen bei der Regulation des Stresspegels.

Hier zeigen sich für den Anästhesisten Parallelen zum Beruf, da Stressmanagement in der Anästhesie und Notfallmedizin eine große Rolle spielt. Dörre: „Vieles kann man darüber lesen oder Seminare besuchen. Aber die Kontrolle über den eigenen Stresspegel ist und bleibt die große Herausforderung in der Praxis.“