Erstellt am 25. November 2015, 05:53

von Michael Salzer

Vom Spitzen-Schiri zum Sittenwächter. Franz Mostböck ist seit sieben Jahren als Spielbeobachter im österreichischen Oberhaus unterwegs.

Der Spieldelegierte Franz Mostböck, hier bei der abschließenden Besprechung in der Generali-Arena von Austria Wien, fungiert als Schnittstelle zwischen den Bundesliga-Vereinen, Behörde und Exekutive.  |  NOEN, Michael Salzer

Preisfrage: Wer ist der einzige Fixstarter des Waldviertels in der Österreichischen Bundesliga? Die richtige Antwort: Franz Mostböck (55) aus Vestenpoppen bei Waidhofen und Berufssoldat in Allentsteig. Als einer von 16 Spieldelegierten hat es der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter geschafft, weiterhin hautnah dran zu bleiben an der höchsten Spielklasse Österreichs.

Wie ein Matchtag aus seiner Sicht abläuft, durfte die NÖN als erstes und einziges Medium am Samstag beim Match Austria Wien gegen Admira Wacker (1:1) miterleben. Bei dieser vielfältigen Tätigkeit stehen vor allem zwei Dinge im Mittelpunkt: Fans und Sicherheit. Zwei Stunden vor dem Anpfiff wird es ernst: Vertreter von den beteiligten Vereinen, Magistrat, Polizei und Rettung treffen sich zum Rundgang durch die Generali- Arena, nach einer kurzen Besprechung wird das Stadion offiziell freigegeben.

Nach dem Anpfiff um 16 Uhr stehen die Fans voll im Fokus von Franz Mostböck: Werden von Unbelehrbaren Transparente mit unmoralischen Sprüchen oder Zeichen ausgerollt, pyrotechnische Aktivitäten gesetzt oder gar Böller abgeschossen? Nein, alles ruhig, keine besonderen Vorkommnisse. „Das wird ein ruhiger Sonntag für mich“, freut sich Mostböck über das vorbildliche Verhalten der 8095 Besucher bei seinem mittlerweile 116. Match als Spielbeobachter.

„Ich weiß, dass es nicht leicht ist.
Aber die Vereine müssen alles dafür tun,
um solche Vorkommnisse zu unterbinden.“
Franz Mostböck

Wesentlich mehr Arbeit hat Franz Mostböck immer wieder mit dem großen Wiener Derby. Beim letzten Aufeinandertreffen der Erzrivalen vor 32.000 Fans (!) im Ernst Happel-Stadion verletzte sich Robert Almer, Tormann bei Austria Wien und im ÖFB-Nationalteam, schwerwiegend – und wurde danach von Rapid-Anhängern mehrfach, lautstark und auf tiefstem Niveau beschimpft. Auch bei Sprüchen wie: „Tod und Hass dem ***!“ wird Gerechtigkeits-Fanatiker Mostböck zum gnadenlosen Aufdecker: „Das sind Dinge, die mit Sport nichts zu tun haben, die sich einfach nicht gehören. Ich weiß, dass es nicht leicht ist. Aber die Vereine müssen alles dafür tun, um solche Vorkommnisse zu unterbinden.“

Unterm Strich habe sich im Bereich Sicherheit vieles positiv entwickelt seit seinem Einstieg per 1. Jänner 2009, bilanziert Franz Mostböck. Dennoch sagt er zu den Stichworten „Terror-Gefahr“ und „Anschläge in Paris“: „Mittlerweile werden in der österreichische Bundesliga lückenlose Personenkontrollen durchgeführt, verbotene Gegenstände ausnahmslos abgenommen. Aber hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben.“