Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:12

von Christopher Eckl und Michael Salzer

Von Kraftsportlern und Teamspielern. Bei der Mannschaftspräsentation sah man vier neue Gesichter, ein Quartett verließ dafür den Verein.

Bei der Teampräsentation der Union Raiffeisen Waldviertel im Herz-Kreislauf-Zentrum in Groß Gerungs: Manager Werner Hahn, Kassier Peter Hiemetzberger als »Ugotchi«, Andrea Hiemetzberger (1. Reihe, von links), Nachwuchs-Manager Andreas Redl, Schriftführerin Ulrike Filler, Obfrau Silvia Atteneder, Kassier-Stellvertreter Martin Rössl, die Beiräte Oskar Zwölfer und Walter Weichselbaum, Nico Layr, Nik Maurer, Mentalcoach Franz Ziegler (2. Reihe), Michal Peciakowski, Maciej Madej, Dawid Siwczyk, Tibor Filo, Petr Calabek, Anton Menner, Rudinei Boff, Dan Kellum, Simon Hasenauer und Trainer Nurko Causevic (3. Reihe). Dies war das letzte Bild mit einer schwangeren Frau Hiemetzberger: Sohn Bastian kam am Sonntag (11. Oktober) gesund zur Welt.  |  NOEN, Foto: Franz Atteneder

Unter tosendem Beifall zahlreicher Ehrengäste und Fans präsentierte die Union Volleyball Waldviertel in der Groß Gerungser Xundheitswelt das Team für die am kommenden Samstag beginnende Austrian Volley League-Saison.

Im Vergleich zum Frühjahr fehlte ein Quartett: nicht mehr mit von der Partie ist etwa Goran Isek, er wechselte retour in sein Heimatland Kroatien. Der Pole Bartlomiej Gajdek (Amstetten) sowie die US-Amerikaner Nick West und Jeffrey Schmitz (Enns) werden sich die neue Zwettler Stadthalle künftig im Gäste-Dress anschauen.

Ersetzt wurden diese Akteure durch vier Neue. Die imposanteste Gestalt ist wohl Mittelblocker David Siwczyk. Der Pole hat das Zeug dazu, den gegnerischen Angreifern das Licht abzudrehen, denn „er hat eine Griffhöhe von 3,70 Metern“, wie URW-Manager Werner Hahn stolz verkündete. Zudem ist der 22-jährige ein sportliches Multitalent. Schon mit acht Jahren begann er in seiner Heimat mit dem Gewichtheben. „Ich komme aus einem kleinen Dorf, da gab‘s sonst nicht so viele sportliche Möglichkeiten“, erklärte er im NÖN-Gespräch. Später trainierte er mit dem polnischen American Football-Nationalteam. Seit er 16 ist, greift er zum Volleyball.„Die Grazer sind Zuschauer, aber im Waldviertel 

„Die Grazer sind Zuschauer, aber im Waldviertel
gibt es echte Fans.“
Anton Menner, Ex-Grazer und ÖVV-Teamspieler

Ebenfalls aus Polen stößt Aufspieler Maciej Madej (20) zur Union. Er und Siwczyk kennen sich bestens, spielten in Tschenstochau bereits in einer Schulmannschaft zusammen. Der Backup für Einser-Zuspieler Michael Peciakowski will das Waldviertel vor allem als Sprungbrett nutzen: „Ich will ein bis zwei Jahre hier sein und dann zu einem größeren Verein wechseln. Bis dahin gebe ich für Waldviertel Vollgas – ich will immer gewinnen“, schmunzelt er.

Vom UVC Graz schnappte sich die URW zwei Nationalspieler: David Michel und Anton Menner. Diagonalspieler Michel wird zum Saisonauftakt fehlen, da er gerade den Grundwehrdienst ableistet. Hahn skizziert den 18-jährigen als „sprunggewaltig und dynamisch.“

Warum ist Anton Menner (21) von der AVL-Konkurrenz aus Graz ins Waldviertel gewechselt? „Weil ich was Neues kennenlernen und erleben will. Die Grazer sind Zuschauer, aber im Waldviertel gibt es echte Fans. Die Atmosphäre in Zwettl hat mir schon immer gut gefallen.“ Das Potenzial zur Weiterentwicklung sei somit eindeutig größer als bei seinem Stammklub. Wie sehen seine Saisonziele aus? Menner: „Das Teamgefüge ist hervorragend. Wir können und wollen eine Medaille holen!“

Bei Spielern und Funktionären herrscht große Vorfreude auf die Stadthalle Zwettl. Die wird zwar erst nach der Saison offiziell eröffnet, dient der URW aber im Grunddurchgang und in den Play-offs als Heimstätte. Obwohl alles im Zeitplan ist, lief der Umbau zuletzt nicht immer rund. „Der Estrich ist zu zwei Drittel unter Wasser gestanden“, lieferte Zwettls Sportstadtrat Josef Zlabinger ein Beispiel. Daher habe sich auch die Investitionssumme um 950.000 Euro erhöht, betrage nun insgesamt 5,7 Millionen.