Erstellt am 03. August 2016, 05:57

von Michael Salzer

„War schlechtes Marketing“. Alexander Kolar zieht im NÖN-Gespräch seine sportliche und organisatorische Bilanz, definiert Höhepunkte und Enttäuschungen.

Dieses Trio vom LTU Waidhofen/Thaya lieferte starke Einzelleistungen ab und wurde mit Bronze in der Teamwertung der Staatsmeisterschaft belohnt: Gregor Holzinger (Rang 5 in seiner Kategorie), Elisabeth Reiter (2.) undRudolf Langsteiner (2./von links).  |  NOEN, privat

NÖN: Wie fällt die sportliche Bilanz aus Sicht des Veranstalters aus?
Alexander Kolar: Also, die Leistungen waren hervorragend. Allen voran Christian Birngruber, der klare Sieger im Herren-Bewerb. Und bei den Damen hatten wir noch nie so ein starkes Starterfeld, dementsprechend spannend war auch das Rennen.

Sind Sie zufrieden mit der Teilnehmer-Zahl?
Klares Nein! 475 waren angemeldet. Nach den 500 Teilnehmern im Vorjahr war es zwar unser bisher zweitbestes Ergebnis in Litschau. Für den großen Aufwand, den wir hier betreiben, war es trotzdem viel zu wenig.

Wie viele Starter hätten es werden sollen?
Heuer hatten wir ja erstmals die Staatsmeisterschaft über die Mitteldistanz, die Wiener und NÖ-Landesmeisterschaft. Da hätten wir schon eine deutliche Steigerung, zumindest um 100 Starter mehr, erwartet. Wir müssen uns die Frage stellen: Wie wäre es ohne Staatsmeisterschaft gewesen? Vermutlich wären die Zahlen stark rückläufig gewesen.

Wie kann, soll oder muss man diesem Abwärtstrend begegnen?
Wir haben schlechtes Marketing gemacht, müssen andere Kanäle als bisher nützen, zum Beispiel Facebook. Das machen alle anderen, erfolgreichen Triathlon-Veranstalter auch so, das haben wir komplett verschlafen. Auch die Termin-Frage müssen wir uns stellen: Sollen wir wieder zu unserem gewohnten Termin, also Anfang August, zurückkehren? Oder gibt es einen ganz anderen, besseren Zeitpunkt?

Warum findet der Waldviertler Eisenmann just in Litschau statt?
In erster Linie deshalb, weil wir hier rund um den Herrensee optimale Bedingungen haben, von der Gemeinde immer wieder perfekt unterstützt werden, von den Bauhof-Mitarbeitern bis zur Absperrung der Strecke im Stadtgebiet. Enttäuscht bin ich allerdings von den einheimischen Leuten, die überhaupt kein Interesse für die Bewerbe zeigen. Im Gegenteil: Bei den Aufbauarbeiten am Freitagabend musste ich mit einem ansässigen Geschäftsmann eine Viertelstunde lang diskutieren, warum wir ausgerechnet bei ihm was aufstellen müssen.

Wie beziffern Sie den gesamten organisatorischen Aufwand rund um den WEM?
In Summe hatten wir, mit Rettung und Feuerwehr, etwa hundert Helfer. In der Woche vor dem Rennen sind es zehn Leute, die quasi rund um die Uhr mit Aufbauarbeiten beschäftigt sind.

Warum tun Sie sich das alles an?
Weil wir im Verein eine große Sport-Familie sind, weil nach wie vor mit großer Begeisterung dabei sind und weiterhin einmal im Jahr in Litschau zusammen kommen wollen.