Erstellt am 20. Januar 2016, 06:43

von Maximilian Köpf

WM-Aus für Simon. Deftiger Crash bei WM-Quali brachte Harald Simon ins Krankenhaus. Landsmann Seifter kostete ihm die Einzel-WM-Saison.

Legte in Schweden einen denkbar schlechten Start in 2016 hin: Harald Simon.  |  NOEN, privat, Lukas Kühberger

Schlechter hätte das neue Jahr für Harald Simon eigentlich nicht beginnen können.Nach guten Leistungen in der russischen Superliga für Kamensk-Uralsky vor Weihnachten stürzte er bei der WM-Challenge im schwedischen Strömsund schwer, musste die Nacht von Samstag auf Sonntag im Krankenhaus verbringen. Damit ist die Einzel-WM wohl gelaufen.

48-Jährige trug etliche Blessuren davon

Auf der Start-Ziel-Geraden im 13. Heat fuhr Landsmann Manfred Seifter Simon ins Hinterrad und riss ihm die Speichen raus. Seifter konnte weiterfahren, Simon hingegen kollidierte dann mit seiner unkontrollierbaren Maschine auch noch mit Stefan Svensson. Der Schwede konnte sich gerade so am Motorrad halten. Der Pfaffenschlager jedoch krachte erst auf den Lenker, dann aufs Eis und wurde letztlich auch noch von seiner Maschine getroffen.

Dabei trug der 48-Jährige etliche Blessuren davon – Brustbein-Prellung, Gehirnerschütterung und Fingerfraktur – und musste nach der Erstversorgung auf dem Eis ins nächstgelegene Krankenhaus und von dort mit dem Hubschrauber ins größere Spital nach Östersund (130km entfernt). Sonntagmittag wurde er wieder entlassen. In den frühen Dienstagmorgenstunden kam er in Pfaffenschlag an. „Heute geht‘s schon wieder einigermaßen“, sagte er am Dienstagvormittag der NÖN. „Es ist halt alles blau.“

„Das Wochenende war eine Katastrophe“

Überhaupt sei das Wochenende „eine Katastrophe“ gewesen. „Die Bedingungen waren schlecht, schon nach ein paar Runden ist der Kies unterm Eis durchgekommen“, kritisiert Simon, der direkt aus Russland nach Schweden kam. „Das Fahrerlager war am freien Feld, dort hatte es minus 25 Grad. Und Kritik wollten die Offiziellen auch keine hören…“

Neben den physischen Konsequenzen hat der Crash auch schwere Auswirkungen auf seine Saison. Harry Simon verpasste die Quali für die Einzel-WM. Er wurde zwar als dritter Reservefahrer nominiert, muss aber auf Wildcards hoffen und gibt sich keinen Illusionen hin: „Grand Prix werde ich heuer keinen fahren.“

Bleiben die russische Superliga, wo er Ufa am kommenden Wochenende auslassen muss, am 20. Februar beim Saisonfinale in Togliatti aber wieder fahren wird, und die Großevents. Eine Woche vor der Superliga geht in Togliatti nämlich die Team-Weltmeisterschaft über die Bühne.

Wo die Europameisterschaft ausgestragen wird, ist noch offen: St. Johann hat die Heim-EM am 30. Jänner abgesagt.