Erstellt am 14. September 2015, 08:03

von Carina Pürer und Malcolm Zottl

Aus nach 40 Jahren. Franz „Schwoaza“ Kabinger ist nicht mehr Sektionsleiter bei Hochwolkersdorf – er zieht sich aus dem Fußball-Geschäft zurück.

 |  NOEN, Patrick Bauer

Sein Name ist ein klingender in der Fußball-Szene des Bezirks – der „Kabinger Schwoaze“ ist beinahe jedem ein Begriff. Zuletzt Sektionsleiter beim SC Howodo, davor bei Lanzenkirchen und Bad Erlach, blickt er auf insgesamt 40 Jahre als Funktionär zurück – jetzt ist für Kabinger jedoch Schluss. Das Funktionärs-Urgestein zieht sich aus dem Fußballgeschehen zurück.

„Es hat am Ende nicht mehr gepasst. Beim SC Howodo gibt es ja inzwischen mehrere Obmänner, und da war das Verhältnis nicht mehr so, wie es etwa mit ,Pongi‘ Trimmel war“, erklärt Kabinger die Gründe für seine Entscheidung, über die er ausgiebig nachgedacht hat: „Ich habe lange hin und her überlegt – aber ich bin ein Mann, der sagt: Entweder ganz oder gar nicht. Und am Ende habe ich mich einfach nicht mehr zu 100 Prozent wohlgefühlt.“

„Es tut weh, Howodo war wie eine Familie“

Leicht fiel die Entscheidung aber nicht – im Gespräch mit der NÖN ist Kabinger sichtlich zerknirscht: „So etwas tut einem dann trotzdem weh“, gesteht er, „ich hatte eine sehr schöne Zeit in Howodo, der Verein war wie eine zweite Familie für mich. Dass das jetzt vorbei ist, ist nicht leicht.“

Kabinger kehrt nicht nur dem SC Hochwolkersdorf nach elf Jahren den Rücken, sondern zieht sich zur Gänze aus dem Fußball-Geschäft zurück: „Es haben ein paar andere Vereine angefragt, ob ich nicht bei ihnen etwas machen möchte. Ich habe aber abgelehnt – ich konzentriere mich jetzt ganz auf meine Tätigkeit als Rettungssanitäter.“

Die Obmänner des SC Howodo waren gegenüber der NÖN zu keiner Stellungnahme bereit. Sektionsleiter Marco Haller gab zu verstehen, dass Kabinger den Verein aus persönlichen Gründen verlassen hat: „Er hat das so entschieden, das müssen wir akzeptieren. Es ist in einem Sportverein ja auch normal, dass es Differenzen gibt.“
Differenzen, die für Kabinger so groß geworden sind, dass er für den Moment auch als Zuschauer nicht mehr auf den Platz gehen möchte: „Vielleicht irgendwann. Aber momentan sind Spannungen da.“