Erstellt am 16. Februar 2016, 05:29

von Malcolm Zottl

Fortuna bleibt erstklassig. Nach einem Nicht-Angriffspakt in der Schlussphase gegen Diamant Linz, der auch schon als Schande von Ternitz oder als zweites Gijon bezeichnet wird, bleibt die Fortuna erstklassig.

Sollenau-Kapitän Christopher Hatzl erhielt für die Relegation die Freigabe - er erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen und verhalf der Fortuna so zum Klassenerhalt.  |  NOEN, Hauke

Für die Fortuna ging es am Wochenende in der Relegation um den Klassenerhalt in der Futsal-Bundesliga. Im ersten Spiel in der Ternitzer Halle ging es gegen Libero Graz. „Wir haben gegen Graz taktisch perfekt gespielt – obwohl der Gegner spielerisch stärker war, konnten wir unsere Chancen im Konter nutzen“, freut sich Fortuna-Trainer Daniel Kohn. Auch nach dem 3:2-Rückstand blieb die Fortuna ruhig, ging mit 5:3 in Führung. Libero riskierte alles und spielte mit „flying goalie“. Am Ende hieß es 7:3 – letzten Endes sollte das Libero den Aufstieg kosten.

Im zweiten Match des Tages schlug Libero Diamant Linz mit 6:3. „Vor der letzen Partie gegen Diamant war klar, dass wir mit vier Toren Differenz verlieren dürfen“, erklärt Kohn die Ausgangslage vor dem alles entscheidenden Aufeinandertreffen. Der eigentliche Turnierfavorit Diamant Linz dominierte von Beginn an das Geschehen. „Wir haben das Tor heroisch verteidigt, kurz vor der Pause haben wir aber das 1:0 kassiert“, so Kohn.

„Es ist menschlich, ich weise jede Schuld von meiner
Mannschaft. Graz hätte sich genauso verhalten.“
Fortuna-Coach Daniel Kohn

Die zweite Hälfte wurde zur Zitterpartie. Sechs Minuten vor Schluss ging Diamant Linz mit 3:0 in Front. „Die Mannschaft war platt, wir haben befürchtet, dass jetzt Schlimmes passiert“, so Kohn. Doch plötzlich geben sich die Linzer zufrieden, attackieren kaum. „Wir haben das dann auf der Bank durchgerechnet und sind draufgekommen, dass das 3:0 auch Linz zum Aufstieg reicht“, sagt Kohn.

Beide Teams gingen kaum mehr ein Risiko ein, spielten das Ergebnis über die Zeit. „Christopher Hatzl hat noch das fünfte Foul herausgeholt, also es ist nicht so, dass wir gar nichts riskiert haben. Aber wenn Linz nicht mehr attackiert, verstehe ich nicht, warum wir alles nach vorne werfen und in einen Konter laufen sollen“, meint Kohn. „Es ist menschlich, ich weise jede Schuld von meiner Mannschaft, Graz hätte sich an unserer Stelle genauso verhalten.“

„Wir werden Einspruch erheben und hoffen, dass der ÖFB diese Schandtat nicht durchgehen lässt. Das hat mit Sport nichts mehr zu tun “, kommentiert Libero Graz das Spiel auf seiner Facebook-Seite.